Oberst Hans-Ulrich Rudel

Unser Oberst Hans-Ulrich Rudel ist wahrlich der König der Schlachtflieger! Seine 519 zerstörten feindlichen Panzer, 72 versenkte Schiffe, 800 ausgeschalteten Fahrzeuge, 150 vernichteten Geschütze, 9 Abschüsse und die ganzen unschädlich gemachten Bunker und Brücken dürfte ebenso wenig jemand übertreffen wie seine 2530 Feindflüge. Unser Hans-Ulrich Rudel muß da nämlich bisweilen mehrmals am Tag los gedüst sein. Sein heutiger Geburtstag muß daher unbedingt gefeiert werden! In Konradswaldau in Schlesien kam er 1916 zur Welt. 1936 trat er in unsere deutsche Luftwaffe ein. 1939 wurde er in Polen als Aufklärer eingesetzt. 1940 kam er zum Stukageschwader II (Immelmann). Ab 1941 kämpfte er dann in Rußland. Nachdem er bereits im März 1944 die Edelsteine zum Ritterkreuz verliehen bekommen hatte, wurde für ihn das goldene Eichenlaub zu diesem hinzugefügt, das er auch als einziger deutscher Soldat verliehen bekommen hat. Verheiratet war unser Hans-Ulrich Rudel drei Mal, wobei zwei seiner Ehen geschieden worden sein. Drei Söhne zeugte er mit zwei seiner Ehefrauen. Nicht nur das Schwert verstand unser Hans-Ulrich Rudel meisterhaft zu führen, sondern auch die Feder. Daher hat er uns seine Waffentaten und Gedanken in seinen Büchern „Trotzdem“, „Wir Frontsoldaten zur Wiederaufrüstung“, „Dolchstoß oder Legende“, „Mein Kriegstagebuch“, „Mein Leben in Krieg und Frieden“ und „Von den Stukas zu den Anden“ aufgeschrieben. Von unseren altdeutschen Fliegerliedern suche ich mir für unseren Hans-Ulrich Rudel „Flieger empor“ aus: https://www.youtube.com/watch?v=pSALy6W-Qvs

Wir fliegen durch silberne Weiten,

Selig dem Himmel gesellt,

Schweben und sinken und gleiten

Über unendliche Breiten,

Die Gott uns zum Schauen bestellt.

Über der Erde zu thronen

Hoch im sonnigen Schein,

In unerschlossenen Zonen

Neue Menschen zu sein,

Braust es im Chor:

Flieger empor!

Wir werden zum Kämpfen geboren,

Augen stets offen und klar!

Klingt die Musik der Motoren,

Fühlen wir uns unverloren

Und furchtlos in jeder Gefahr.

Über der Erde zu thronen

Hoch im sonnigen Schein,

In unerschlossenen Zonen

Neue Menschen zu sein,

Braust es im Chor:

Flieger empor!

Wir werden nicht immer gewinnen,

Dennoch! uns schreckt keine Not!

Leben, Vergeh’n und Verrinnen,

Aber der Glaube tief innen

Ist stärker als Not und Tod.

Über der Erde zu thronen

Hoch im sonnigen Schein,

In unerschlossenen Zonen

Neue Menschen zu sein,

Braust es im Chor:

Flieger empor!“

Die Schwerter zum Ritterkreuz bekommt unser Hans-Ulrich Rudel nun vom Chef verliehen und anschließend weihnachtet es in seinem Panzerfliegerbuch „Mein Leben in Krieg und Frieden“ gar sehr:

Wir landen zunächst in Lötzen. Ich melde mich bei Oberstleutnant von Below und erfahre von ihm, daß zu gleicher Zeit Major Hrabak das Eichenlaub in Empfang nehmen soll; seine Meldung wird mit mir zusammen erfolgen. Henschel habe ich gleich mitgebracht und frage Below, ob der betreffende Antrag nicht bei ihm aufgetaucht sei. Er verneint es, verspricht aber sofort, den augenblicklichen Stand der Dinge beim Reichsmarschall zu erfragen. Auch dort kann das Schriftstück nicht gefunden werden; es müßte da zunächst zur Befürwortung liegen. Diese wird durch Oberstleutnant von Below vom Reichsmarschall mündlich eingeholt. Anschließend geht er zum Führer hinein und meldet ihm, daß ich Henschel aus den angeführten Gründen heraus gleich mitgebracht hätte und von Seiten des Oberbefehlshaber der Luftwaffe Henschels Ritterkreuz befürwortet würde. „Henschel soll gleich mitkommen“, die Antwort. Für meinen treuen Bordschützen ist es ein großes Ereignis. Nur ganz wenige empfingen das Ritterkreuz vom Führer persönlich, da die persönliche Verleihung durch den Obersten Befehlshaber erst mit dem Eichenlaub beginnt. So stehen Major Hrabak, Henschel und ich dem Führer gegenüber. Er verleiht uns zunächst die Auszeichnungen und trinkt dann in seinem Arbeitszimmer Tee mit uns. Er spricht über die vergangenen Operationen im Osten und ihre Lehren, über nun anlaufende Neuaufstellung von Einheiten, die unbedingt erforderlich sein wird für den kommenden Angriff der westlichen Alliierten. Die Heimat wird noch eine Menge Divisionen aufstellen können und die Industrie kann diese mit genügenden Waffen ausstatten. Indessen arbeite der deutsche Erfindergeist weiter an überragenden Projekten und mit der Anspannung der Gesamtkräfte des Volkes wird und muß es gelingen, den Sieg über den Bolschewismus zu erringen. Nur das deutsche Volk wird dazu in der Lage sein, das betont er besonders. Er ist stolz auf seine Ostfrontsoldaten und er kennt die unendlichen Strapazen und Mühen ihren Einsatzes. Er macht gesundheitlich einen guten Eindruck, ist voller Idee und Vertrauen in die Zukunft. Von Lötzen machen wir über Hohensalza einen kleinen Abstecher nach Görlitz, wo wir unsere brave Ju 87 für zwei Tage ruhen lassen. Henschel ist nicht weit von hier in Sachsen zu Hause und fährt mit dem Zug weiter, um mich nach zwei Tagen wieder hier zum Rückflug zu treffen. Bei schlechtestem Wetter fliegen wir dann über Wien, Krakau, Lemberg, Winiza nach Kirowograd. Je weiter wir nach dem Osten kommen, um so mehr spüren wir das Heranrücken des Winters. Tiefliegende Wolken mit dichten Schneefällen behindern uns im Fliegen und in der Orientierung. Uns ist wesentlich wohler, als der Vogel bei einbrechender Dunkelheit auf dem vereisten Platz in Costromka ausrollt und wir wieder daheim bei den Kameraden sind. Hier ist es schon kalt, doch kann es uns nur recht sein, denn dadurch bessern sich die Wegeverhältnisse innerhalb der Ortschaft. Größere Flächen innerhalb des Dorfes haben Eis, und sich ohne Schlittschuhe darüber zu bewegen, ist nicht immer ganz leicht. Bei schlechtem Wetter, wenn kein Einsatz geflogen werden kann, wird nun wieder Eishockey gespielt. Selbst die unsportlichsten Wesen werden noch von den anderen mitgerissen und begeistert. Vom richtigen Schläger angefangen bis zu einem alten Besen oder einer Schaufel dient alles als Sportgerät. Primitivste russische Schlittschuhe neben neuesten Spezialhockeyschlittschuhen. Viele laufen nur in Fliegerpelzstiefeln; es ist völlig gleich, Bewegung ist alles. Plötzlich gibt es hier im Süden Rußlands warme Tage, die alles wieder in einen unvorstellbaren Morast verwandeln. Vielleicht hängt das mit dem Einfluß des Schwarzen und Asowschen Meeres zusammen. Solchen Erscheinungen hält unser Platz nicht stand und wir weichen in diesen Fällen immer auf den Betonplatz nach Kirowograd aus. Gerade zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel erleben wir solch eine Schlammperiode. Die Einheiten müssen daher diese Tage allein begehen und nicht in der Gesamtheit der Gruppe. Der Weihnachtsmann hat für jeden Soldaten eine Überraschung mit und man würde es an ihm bestimmt nicht erkennen, daß wir schon den fünften Kriegswinter durchkämpfen. Anfang 1944 wird die Wetterlage stabil und die Einsatztätigkeit steigert sich. Die Sowjets drängen aus dem Raum westlich Dnjepropetrowsk nach Westen und Südwesten und unterbrechen für kurze Zeit die Straßenverbindung Kriwoi-Rog – Kirowograd. Ein Gegenstoß unserer alten Bekannten, der XIV. und XXIV. Panzerdivision, hat großen Erfolg. Neben vielen Gefangenen und großer Materialbeute gelingt es, zumindest für die nächste Zeit, Ruhe in diesen Abschnitt zu bringen. Wir fliegen stets von Kirowograd aus und haben dort ganz in der Nähe des Platzes Quartier genommen. Der Geschwaderstab wohnt nebenan; bei seinem Einzug gibt es gleich eine unangenehme Überraschung. Der Geschwaderadjutant, Major Becker – „Fridolin“, und der technische Offizier, Hauptmann Katschner, sind mit den einheimischen Heizgewohnheiten noch nicht ganz bewandert. Nachts bildet sich in ihrem Zimmer Kohlenoxydgas und Katschner wacht auf, als Fridolin schon bewußtlos ist. Sich selbst und Fridolin schleppt er nun ins Freie, wodurch beide noch gerettet werden. Ein Soldatentod ohne Waffeneinwirkung, sondern durch irgend einen dummen Unfall, ist besonders tragisch. Später wird darüber gescherzt und gelacht und beide müssen sich noch viel Spott gefallen lassen…“

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Rembrandt van Rijn

Unser großer deutscher Maler Rembrandt van Rijn wurde am heutigen Tag im Jahre 1606 in Leiden geboren. Sein Schaffen umfaßt bis zu 700 Gemälde (wobei manches Bild seiner Werkstatt entstammt oder ihm fälschlich zugeschrieben wurde) und bewegt sich zwischen Sagen, religiösem Unfug, Landschaften, dem Künstler selbst, seinen Lieben und seinen Zeitgenossen. Es sollte also nicht an Material für unsere kleine Werkschau fehlen, die wir Panzertiere zu Ehren unseres Rembrandts abhalten wollen. Die Eltern unseres Rembrandts waren der Müllen Hermen Gerritszoon van Rijn und seine Gattin Neeltgen Willemsdochter van Zuytbrouck, eine Bäckerstochter. Unser Rembrandt entstammt also keiner Künstlerfamilie, wobei damals in unseren Niederlanden die Malerei ein achtbarer Handwerksberuf gewesen ist. In die Lehre ging unser Rembrandt bei Jacob von Swanenburgh und Pieter Lastman. Mit Jan Lievens eröffnete er 1626 seine eigene Werkstatt. Geheiratet hat unser Rembrandt auch und zwar 1634 die Patrizierin Saskia van Uylenburgh. Das Paar hatte den Sohn Titus. Nach dem Tod seiner Frau lebte unser Rembrandt mit Hendrickje Stoffels zusammen. Geheiratet hat der Schlingel sie aber nicht, obwohl die beiden eine Tochter hatten. Cornelia hieß die Arme. Verschlagen hat es unseren Rembrandt letztlich nach Amsterdam und lange plagten ihn die Geldsorgen. So sehr, daß er 1656 sogar Konkurs anmelden mußte. Was bei den heutigen Preisen seiner Bilder verwundert… Wer mehr über die Kunst von unserem alten Meister wissen möchte, dem sei das Buch „Rembrandt – Ein Künstlerleben“ von unserem Kunstgelehrten Richard Muther ans Herz gelegt: https://archive.org/details/rembrandteinkuns00muth

„Rembrandt erhielt den Auftrag, für die Kloveniersdoele in Amsterdam ein großes Schützenstück zu malen. Solche Bilder kamen so zustande, wie heute die photographischen Gruppenbilder von Reservisten, Studentenverbindungen und Turnervereinen. Das heißt, jeder zahlte seine Quote. Und wie die Herren Schützen bei ihren Banketten darauf sahen, dass die eigene Portion nicht etwa kleiner als die des Nebenmannes war, wollte natürlich auch bei den Schützenstücken keiner zu kurz kommen. Jeder wollte von vorn gesehen sein, jeder verlangte, dass, wenn die Hand seines Kameraden gemalt wurde, auch seine eigene ins Bild kam. So erklärt sich der Photographiestil der ältesten Schützenstücke. Ein paar Dutzend Köpfe, in zwei Reihen übereinander, glotzen stumpfsinnig den Betrachter an. Noch einmal so viele Hände sind gänzlich sinnlos erhoben. Und dieses Prinzip – „gleiches Recht für alle“ – blieb auch noch maßgebend, als an die Stelle der Brustbilder ganze Figuren traten. Thomas de Keyser wählte die Paradeaufstellung. Das heißt, er stellte die Schützen neben dem Hauptmann und dem Fähnrich derart symmetrisch auf, dass jeder das Vergnügen hatte, seine werte Person samt der dazu gehörigen Uniform so exakt faksimiliert zu sehen, als hätte es sich um Reklamebilder eines Militärschneiders gehandelt. Gegen dieses Schema rebellierten dann die folgenden. Es war doch langweilig, immer und immer wieder Menschen zu malen, die unbeweglich wie kostümierte Wachspuppen in Reih und Glied standen. Es sollten sich Gruppen bilden; Profilköpfe sollten das öde Einerlei der Frontalstellung unterbrechen. Der Wechsel von sitzenden und stehenden Figuren sollte die Möglichkeit weniger steifer Anordnung geben. So setzte man an die Stelle des „Stillgestanden“ das „Eührt euch“. Die Schützen werden dargestellt, wie sie vor ihrem Exerzierhaus zum Ausmarsch antreten, oder wie sie essend und pokulierend an der Tafel zusammensitzen. Einer zerlegt einen Schinken, ein zweiter trinkt, ein dritter spricht mit seinem Nachbar, ein vierter tritt grüßend an die beiden heran. Namentlich Franz Hals hat durch den Wechsel solcher kleinen Motive in seine Bilder ein fast dramatisches Leben zu bringen gewusst. Doch was sehr zu betonen ist: auch er hat niemals vergessen, dass er Bildnisse zu malen hatte. Die Erkennbarkeit und Porträtähnlichkeit jedes einzelnen blieb nach wie vor die conditio sine qua non. Wie bei den älteren Werken sind auch bei denen des Franz Hals jeder einzelnen Figur – an der Schärpe oder sonstwo – Nummern aufgeschrieben. Sie verweisen auf die Namen, die auf einer Tafel unterhalb des Bildnisses verzeichnet sind. Hals hat in seinen Einzelbildnissen die Leute bald sitzend, bald stehend, bald von vorn oder von der Seite, bald ernst oder lachend gemalt. Und größere Freiheiten wie in diesen Einzelporträten hat er auch in seinen Schützenstücken sich nicht gestattet. Nie dachte er daran, seinen Bildern viel räumliche Tiefe zu geben. Denn nur das Festhalten an einer friesartigen Komposition erlaubte die Figuren so anzuordnen, dass alle gleichmäßig sichtbar blieben. Noch weniger dachte er daran, in der Beleuchtung irgendwie vom Natürlichen abzuweichen. Ein grauer Ton, das gewöhnliche Tageslicht ist gleichmäßig über die Gesichter und Federhüte, die Lederkoller und Schärpen gebreitet, zwar das einzelne harmonisierend, aber nichts bis zur Undeutlichkeit verdunkelnd. Wie nahm nun Rembrandt zu diesem Thema Stellung? Wie fand er sich ab mit einem Auftrag, der ihn, obwohl er ihn annahm, doch im Grunde anöden musste, da die künstlerischen Ziele, die er in jenen Jahren verfolgte, in ganz anderer Richtung lagen? Nun, die Bezeichnung „Nachtwache“, die dem Bilde gegeben wird, ist zwar falsch, aber doch nicht grundlos. Man sieht, wenn man im Amsterdamer Reichsmuseum vor das Gemälde tritt, zunächst nichts als ein dunkles Chaos. Aus dieser Dunkelheit lösen sich allmählich einzelne undeutliche Gestalten los. Man erkennt Soldaten, die durch einen Tunnel, einen gewölbten Durchgang, eilig daherkommen. Die beiden vordersten – Hauptmann und Leutnant – sind schon ins Licht getreten. Sie leuchten hochrot und gelb wie überheizte, glühende Öfen. Die andern bewegen sich noch im Dunklen. Nur ganz andeutungsweise sind ihre Köpfe und Körper gegeben. Doch nein! Auch im Mittelgrund zieht eine hellbeleuchtete Person die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist ein Kind, ein kleines Mädchen, das sich mitten unter den Schützen herumtreibt. Was soll dieses kleine Mädchen ? Was bedeutet der Hahn, der an ihrem Gürtel befestigt ist? Ist es der Schützenpreis? Soll er – coq heißt der Hahn – auf den Namen des Hauptmanns Franz Banning – Cock hinweisen? Nein – Rembrandt hat sicher nicht an solche Beziehungen gedacht. Als Vision von Hell und Dunkel hatte sich das Bild in seinem Kopfe geformt. Er brauchte für den Mittelgrund einen Lichtfleck, der doch einen gewissen Umfang nicht überschritt. So wies er, ohne an eine sachliche Motivierung zu denken, dem kleinen Mädchen die Rolle dieses Leuchtkäfers zu. Und der Hahn, dessen buntes Gefieder so sprüht und flimmert, hat keine andere Funktion als die Rohrdommel, die er auf dem Dresdener Selbstporträt hält. Was wollen überhaupt diese Männer? Eilen sie plötzlich alarmiert zur Verteidigung ihrer Stadt herbei, da der Spanier vor den Toren lagert? Oder ist es lediglich eine Wachtparade, die allerdings recht disziplinlos sich abspielt? „Kommt nur die Musik“ wie in Liliencrons Versen? Man tut gut, eine literarische Deutung des Bildes gar nicht zu versuchen. Alle Werke, die er seit dem Ende der dreißiger Jahre schuf, waren Tonsymphonien. Aus weichem Halbdunkel sollten zarte, vom Licht fein nuancierte Farben auftauchen. Etwas anderes wollte er auch nicht geben, als er die Nachtwache malte. Und mit welcher Meisterschaft er diese Aufgabe, die er sich selbst gestellt hatte, löste, das lässt sich mit Worten gar nicht schildern. Man sehe das milde Licht, das auf dem bunten Tuch und den seidenen Schärpen, auf den Rüstungsstücken und den wallenden Federn spielt. Man sehe, mit welch unglaublicher maestria er alle Farbennuancen klingen und singen läßt: vom leuchtendsten Eot und Gelb bis zum tiefsten Schwarz. Rein als Kunstwerk betrachtet ist das Bild eins der herrlichsten, die unsere Erde trägt…“

Kaiser Ferdinand III.

Am heutigen Tag im Jahre 1608 erblickte in Graz unser alter deutscher Kaiser Ferdinand III. das Licht der Welt. Das schwere Erbe seines Vaters Ferdinands II. trat er im Jahre 1637 an, nachdem er ab 1634 an der Spitze des Heeres gestanden hatte. Bei Nördlingen schlug er in diesem Jahr die Schweden vernichtend und errang auch 1645 bei Herbsthausen einen bedeutenden Sieg über die Gallier. Allerdings machte er später den Fehler seinem Bruder Leopold Wilhelm den Oberbefehl zu übertragen und dieser erlitt so manche Niederlage gegen die Schweden und Gallier. Die Folge davon war der Westfälische Frieden, durch welchem Schweden und Gallien unserem alten deutschen Reich nicht nur bedeutende Gebiete entrissen, sondern dessen staatlich-religiöse Zersplitterung bis zu den Tagen Wilhelms des Großen festgeschrieben wurde. Daß unser altes deutsches Reich keine 40 Jahre später den türkisch-gallischen Doppelangriff abschlagen und zum Gegenangriff übergehen konnte, ist kein kleines Wunder. Als Diplomat mußte unser Kaiser Leopold I. mit den Reichsständen und Kurfürsten unterhandeln, um 1683 das Entsatzheer zur Rettung unserer Hauptstadt Wien zusammenzubringen, während Otto der Große als unangefochtener Herrscher den Heerbann unserer deutschen Stämme 955 aufs Lechfeld befahl. Nach dem Westfälisches Frieden 1648 machte sich unser Kaiser Ferdinand daran sein Heer wiederaufzubauen, seine Ländereien zu befestigen und im Reich das Ansehen des Kaisertums wiederherzustellen. Geheiratet hat er drei mal – 1631 Maria Anna von Spanien, 1648 Leopoldine von Tirol und 1651 Eleonore Gonzaga. Insgesamt hatte er elf Kinder, darunter auch seinen Nachfolger Leopold I.; das Kaiserlied der Lothringer – „Gott erhalte Franz den Kaiser“ – habe ich mir für unseren Kaiser Ferdinand zum Wiegenfest ausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=w81MS8qDb80

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Hoch als Herrscher, hoch als Weiser

steht er in des Ruhmes Glanz.

Liebe windet Lorbeerreiser

ihm zu ewig grünem Kranz.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Über blühende Gefilde

reicht sein Zepter weit und breit.

Säulen seines Throns sind Milde,

Biedersinn und Redlichkeit.

Und von seinem Wappenschilde

Strahlet die Gerechtigkeit.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Sich mit Tugenden zu schmücken,

achtet er der Sorgen wert.

Nicht, um Völker zu erdrücken,

flammt in seiner Hand das Schwert;

sie zu segnen, zu beglücken,

ist der Preis, den er begehrt.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Er zerbrach der Knechtschaft Bande,

hob zur Freiheit uns empor.

Früh erleb’ er deutscher Lande,

deutscher Völker höchsten Flor

und vernehme noch am Rande

später Gruft der Enkel Chor:

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!“

Nachzulesen gibt es die Geschichte von unserem Kaiser Ferdinand III. bei unserem Schiller in seiner „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ und darin beginnen wir mit dem Amtsantritt im Jahre 1637: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10717036_00001.html

Aber es war nicht mehr Ferdinand der Zweite, gegen den es jetzt als ein offenbarer Feind aufstand; diesen hatte schon im Februar 1637, im neunundfünfzigsten Jahre seines Alters, der Tod von dem Schauplatz abgerufen. Der Krieg, den seine Herrschsucht entzündet hatte, überlebte ihn; nie hatte er während seiner achtzehnjährigen Regierung das Schwert aus der Hand gelegt, nie, so lang er das Reichszepter führte, die Wohltat des Friedens geschmeckt. Mit den Talenten des guten Herrschers geboren, mit vielen Tugenden geschmückt, die das Glück der Völker begründen, sanft und menschlich von Natur, sehen wir ihn, aus einem übel verstandenen Begriff von Monarchenpflicht, das Werkzeug zugleich und das Opfer fremder Leidenschaften, seine wohltätige Bestimmung verfehlen und den Freund der Gerechtigkeit in einen Unterdrücker der Menschheit, in einen Feind des Friedens, in eine Geißel seiner Völker ausarten. In seinem Privatleben liebenswürdig, in seinem Regentenamt achtungswert, nur in seiner Politik schlimm berichtet, vereinigte er auf seinem Haupte den Segen seiner katholischen Untertanen und die Flüche der protestantischen Welt. Die Geschichte stellt mehr und schlimmere Despoten auf, als Ferdinand der Zweite gewesen, und doch hat nur Einer einen dreißigjährigen Krieg entzündet; aber der Ehrgeiz dieses Einzigen mußte unglücklicherweise gerade mit einem solchen Jahrhundert, mit solchen Vorbereitungen, mit solchen Keimen der Zwietracht zusammentreten, wenn er von so verderblichen Folgen begleitet sein sollte. In einer friedlichen Zeitepoche hätte dieser Funke keine Nahrung gefunden, und die Ruhe des Jahrhunderts hätte den Ehrgeiz des Einzelnen erstickt; jetzt fiel der unglückliche Strahl in ein hoch aufgetürmtes, lange gesammeltes Brenngeräte, und Europa entzündete sich. Sein Sohn, Ferdinand der Dritte, wenige Monate vor seines Vaters Hintritt zur Würde eines römischen Königs erhoben, erbte seine Throne, seine Grundsätze und seinen Krieg. Aber Ferdinand der Dritte hatte den Jammer der Völker und die Verwüstung der Länder in der Nähe gesehen und das Bedürfnis des Friedens näher und feuriger gefühlt. Weniger abhängig von den Jesuiten und Spaniern und billiger gegen fremde Religionen, konnte er leichter als sein Vater die Stimme der Mäßigung hören. Er hörte sie und schenkte Europa den Frieden; aber erst nach einem einjährigen Kampfe mit dem Schwert und der Feder, und nicht eher, als bis aller Widerstand fruchtlos war und die zwingende Not ihm ihr hartes Gesetz diktierte. Das Glück begünstigte den Antritt seiner Regierung, und seine Waffen waren siegreich gegen die Schweden. Diese hatten unter Banners kraftvoller Anführung nach dem Siege bei Wittstock Sachsen mit Winterquartieren belastet und den Feldzug des 1637sten Jahrs mit der Belagerung Leipzigs eröffnet. Der tapfere Widerstand der Besatzung und die Annäherung der kurfürstlich-kaiserlichen Völker retteten diese Stadt, und Banner, um nicht von der Elbe abgeschnitten zu werden, mußte sich nach Torgau zurückziehen. Aber die Überlegenheit der Kaiserlichen verscheuchte ihn auch von hier, und umringt von feindlichen Schwärmen, aufgehalten von Strömen und vom Hunger verfolgt, mußte er einen höchst gefährlichen Rückzug nach Pommern nehmen, dessen Kühnheit und glücklicher Erfolg ans Romanhafte grenzt. Die ganze Armee durchwatete an einer seichten Stelle die Oder bei Fürstenberg, und der Soldat, dem das Wasser bis an den Hals trat, schleppte selbst die Kanonen fort, weil die Pferde nicht mehr ziehen wollten. Banner hatte darauf gerechnet, jenseits der Oder seinen in Pommern stehenden Untergeneral Wrangel zu finden und, durch diesen Zuwachs verstärkt, dem Feind alsdann die Spitze zu bieten. Wrangel erschien nicht, und an seiner Statt hatte sich ein kaiserliches Heer bei Landsberg postiert, den fliehenden Schweden den Weg zu verlegen. Banner entdeckte nun, daß er in eine verderbliche Schlinge gefallen, woraus kein Entkommen war. Hinter sich ein ausgehungertes Land, die Kaiserlichen und die Oder; die Oder zur Linken, die, von einem kaiserlichen General Bucheim bewacht, keinen Übergang gestattete, vor sich Landsberg, Küstrin, die Warthe und ein feindliches Heer, zur Rechten Polen, dem man, des Stillstandes ungeachtet, nicht wohl vertrauen konnte, sah er sich ohne ein Wunder verloren, und schon triumphierten die Kaiserlichen über seinen unvermeidlichen Fall. Banners gerechte Empfindlichkeit klagte die Franzosen als die Urheber dieses Unglücks an. Sie hatten die versprochene Diversion am Rhein unterlassen, und ihre Untätigkeit erlaubte dem Kaiser, seine ganze Macht gegen die Schweden zu gebrauchen. „Sollten wir einst“, brach der aufgebrachte General gegen den französischen Residenten aus, der dem schwedischen Lager folgte, „sollten wir und die Deutschen einmal in Gesellschaft gegen Frankreich fechten, so werden wir nicht so viel Umstände machen, ehe wir den Rheinstrom passieren.“ Aber Vorwürfe waren jetzt vergeblich verschwendet. Entschluß und Tat forderte die dringende Not. Um den Feind vielleicht durch eine falsche Spur von der Oder hinweg zu locken, stellte sich Banner, als ob er durch Polen entkommen wollte, schickte auch wirklich den größten Teil der Bagage auf diesem Wege voran und ließ seine Gemahlin samt den übrigen Offiziersfrauen dieser Marschroute folgen. Sogleich brechen die Kaiserlichen gegen die polnische Grenze auf, ihm diesen Paß zu versperren, auch Bucheim verläßt seinen Standort, und die Oder wird entblößt. Rasch wendet sich Banner in der Dunkelheit der Nacht gegen diesen Strom zurück und setzt seine Truppen, samt Bagage und Geschütz, eine Meile oberhalb Küstrin, ohne Brücken, ohne Schiffe, wie vorher bei Fürstenberg, über. Ohne Verlust erreichte er Pommern, in dessen Verteidigung er und Hermann Wrangel sich teilen…“

Julius Cäsar, unser möglicher Erschaffer

Cäsar hat heute Geburtstag (100 vor in Rom). Eigentlich würde ich ja die Behauptung der Amerikaner, daß uns der Cäsar erschaffen haben soll, einfach als eine weitere Lüge der feindlichen Propaganda wegwischen. Aber als Volk vom Cäsar erschaffen worden zu sein ist irgendwie so ähnlich wie als Volk von Alexander dem Großen abzustammen (was unser Geschichtsschreiber Widukind von Corvey ja bei unseren Sachsen für möglich hält). Und da wir Deutschen uns das nicht selbst ausgedacht haben, sondern unsere Feinde das von uns behaupten, ist das Ganze schon ein paar Überlegungen wert. Wie dem auch sei, wir Deutschen haben auf jeden Fall den Cäsar ganz schön ins Schwitzen gebracht, unter unserem Heerkönig Ariovist, was der Cäsar ja auch selbst zugibt: https://archive.org/details/cajusjuliuscsar00baumgoog

„Cäsar stellte an die Spitze der einzelnen Legionen die Legaten und seinen Quaestor, damit an diesen jeder die Zeugen seiner Tapferkeit hätten. Er selbst begann das Treffen auf dem rechten Flügel, weil er bemerkt hatte, daß hier der Feind am schwächsten war. So verbissen griffen auf das Zeichen hin unsere Leute die Feinde an und auch die Feinde stürmten so plötzlich und geschwind nach vorn, daß es keinen Raum gab, die Wurfspieße gegen die Feinde zu schleudern. Man warf diese also weg und griff mit dem Schwert an. Die Germanen aber bildeten nach ihrer Gewohnheit alsbald eine Phalanx und fingen die Schwerthiebe der Römer auf. Doch fanden sich manche unter unseren Leuten, die auf die Phalanx zusprangen, mit ihren Händen die Schilde zurückrissen und die Feinde von oben her Wunden schlugen. Während so der linke Flügel der Germanen geworfen und in die Flucht geschlagen war, setzten sie unserem Heer mit ihrer großen Masse auf dem rechten Flügel um so heftiger zu. Als dies der junge Publius Crassus an der Spitze der Reiterei bemerkte, schickte er den Bedrängten die dritte Schlachtreihe zu Hilfe, weil er in besserer Lage war als diejenigen, die sich mitten in der Schlacht befanden.“

Und der Cäsar gehört ja nun nicht gerade zu den Leuten, die ihre Feldschlachten aufbauschen und gefährlicher machen, als sie es in Wirklichkeit waren. Erfocht er einen leichten Sieg, dann schrieb er auch mal, daß er gekommen ist, gesehen und gesiegt hat. So wie er das bei der Schlacht von Zela getan hat. Am Ende haben wir Deutschen dann ja auch übrigens doch gewonnen oder wie unser Clausewitz gesagt hat:

„Italien steht noch viel tiefer; seitdem seiner Weltherrschaft Thron von deutschen Armeen zusammengestürzt wurde, hat es in ewiger Abhängigkeit von fremder Herrschaft geschmachtet.“

Ende gut, alles gut – wie der Dichter sagt und daher können wir den Geburtstag des Cäsars als unseres möglichen Erschaffers durchaus feiern.

König Friedrich I. von Preußen

In Königsberg wurde 1657 der erste Preußenkönig Friedrich geboren. Erfolgte seinem Vater dem Großen Kurfürsten 1688 nach und krönte sich 1701 selbst zum König von Preußen. Seine Herrschaft war gekennzeichnet von den Abwehrkämpfen unseres alten deutschen Reiches gegen die Gallier am Rhein und die Türken in Ungarn. Hierbei unterstützte Friedrich I. unsere deutschen Kaiser mit bedeutenden Truppenkontingenten. Seine Feldherren wie der Alte Dessauer führten diese in den Schlachten von Slankamen, Höchstädt, Turin, Oudenarde und Malplaquet mit Glück und Geschick und hatten daher Anteil an den Sieges unseres Prinzen Eugens. Die preußische Armee verstärkte er um 20,000 Mann auf 50,000 Streiter. Seine Hofhaltung und Staatsverwaltung geben allerdings Anlaß zur Klage. Hier herrschten nämlich Prunksucht, Schuldenmacherei und Korruption vor und lasteten schwer auf dem Land. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. – der berühmt-berüchtigte Soldatenkönig – sollte diese Mißstände allerdings gründlich abstellen. Er entstamme der zweiten Ehe Friedrichs I. mit Sophie Charlotte von Hannover. Aus der ersten Ehe mit Elisabeth Henriette von Hessen hatte Friedrich I. eine Tochter namens Luise Dorothee. Die dritte Ehe mit Sophie Luise von Mecklenburg blieb kinderlos. „Sie sagen all, du bist nicht schön“, das andere ostpreußische Landeslied suche ich mir zu Ehren Friedrichs I. aus: https://www.youtube.com/watch?v=sqODdBnfzVc

Sie sagen all, du bist nicht schön

mein trautes Heimatland;

Du trägst nicht stolze Bergeshöh’n,

nicht rebengrün Gewand;

In deinen Lüften rauscht kein Aar,

es grüßt kein Palmenbaum,

doch glänzt der Vorzeit Träne klar

an deiner Küste Saum.

Und gibst dem König auch kein Erz,

nicht Purpur, Diamant,

klopft in Dir doch das treu’ste Herz,

Fürs heil’ge Vaterland.

Zum Kampfe lieferst du das Roß,

wohl Tonnen Goldes wert,

und Männer, stark zum Schlachtentroß,

die kräft’ge Faust zum Schwert.

Und wenn ich träumend oft durchgeh‘

die düst’re Tannennacht

und hoch die mächt’gen Eichen seh‘

in königlicher Pracht,

wenn rings erschallt am Memelstrand

der Nachtigallen Lied

und ob dem fernen Dünensand

die weiße Möwe zieht.

Dann überkommt mich solche Lust,

daß ich’s nicht sagen kann,

ich sing‘ ein Lied aus voller Brust,

schlag froh die Saiten an.

Und trägst Du auch nur schlicht Gewand

und keine stolzen Höh’n:

Ostpreußen hoch, mein Heimatland,

Wie bist du wunderschön!“

In seinen „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg“ geht Friedrich der Große nun Streng mit der Mißwirtschaft seines Großvaters ins Gericht, schlägt am Ende aber auch versöhnliche Töne an: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/1/uc_p1/

Seine Hofhaltung war eine der prächtigsten in Europa, seine Gesandtschaften waren nicht minder prunkvoll als die der Portugiesen. Er bedrückte die Armen, um die Reichen zu mästen. Seine Günstlinge erhielten hohe Gnadengehälter, während sein Volk im Elend schmachtete. Seine Bauten waren prachtvoll, seine Feste glänzend, seine Marställe und Dienerschaft zeugten eher von asiatischem Prunk als von europäischer Würde. Seine Gnadenbeweise schienen mehr durch den Zufall als durch gescheite Auswahl bedingt. Seine Bedienten machten ihr Glück, wenn sie die ersten Wallungen seines Zornes überstanden hatten. Ein Gut von 40,000 Talern Wert gab er einem Jäger, der ihm einen kapitalen Hirsch vor den Schuß brachte. Die Launenhaftigkeit, die bei seiner Verschwendung waltete, befremdet am stärksten, wenn man die Summe seiner Ausgaben und Einnahmen vergleicht und sich von seinem Leben ein einheitliches Bild macht. Dann sieht man mit Staunen Teile eines Riesenkörpers neben verdorrten, absterbenden Gliedern. Seine Domänen im Halberstädtischen wollte der König den Holländern verpfänden, um den berühmten Pitt kaufen zu können, den Brillanten, den Ludwig XV. zur Zeit der Regentschaft erwarb. Er verkaufte den Verbündeten 20,000 Mann, um das Ansehen zu genießen, daß er 30,000 Mann unterhalte. Sein Hof war wie ein großer Strom, der alle Bächlein in sich aufnimmt. Seine Günstlinge wurden mit Wohltaten überhäuft, seine Verschwendung kostete Tag für Tag ungeheure Summen, während Ostpreußen und Litauen der Hungersnot und der Seuche preisgegeben waren, ohne daß der freigebige Monarch sich herbeiließ, ihnen zu helfen. Ein geiziger Fürst ist für sein Volk wie ein Arzt, der einen Kranken in seinem Blut ersticken läßt. Der verschwenderische gleicht einem Arzt, der den Kranken so lange zur Ader läßt, bis er ihn getötet hat. In seiner Zuneigung war Friedrich I. niemals beständig. Bald hatte er eine schlechte Wahl zu bereuen, bald fehlte es ihm an Nachsicht gegen menschliche Schwächen. Vom Baron Danckelman bis zum Grafen Wartenberg nahmen seine Günstlinge alle ein schlimmes Ende. In seinem schwachen, abergläubischen Geist lebte eine außerordentliche Anhänglichkeit an den Kalvinismus. Ihm hätte er gern alle übrigen Religionen zugeführt. Es ist anzunehmen, daß er die anderen verfolgt hätte, wären die Priester so schlau gewesen, die Verfolgungen mit Zeremonien zu verknüpfen. Er hat auch ein Gebetbuch verfaßt, das aber zu seiner Ehre nicht gedruckt worden ist. Wenn Friedrich I. Lob verdient, so geschieht es deshalb, weil er seinen Staaten immer den Frieden erhalten hat, während die seiner Nachbarn vom Krieg verwüstet wurden; weil sein Herz im Grunde gut war und, wenn man will, weil er die eheliche Treue nicht verletzt hat. Alles in allem: er war groß im Kleinen und klein im Großen. Und sein Unglück wollte es, daß er in der Geschichte seinen Platz zwischen einem Vater und einem Sohne fand, die ihn durch überlegene Begabung verdunkeln.“

Die Schlacht bei Oudenaarde

Den Jahrestag der Schlacht von Oudenaarde feiern wir Deutschen heute. Diese hat unser Prinz Eugen 1708 gegen die Gallier geschlagen und mit seinen 70,000 Recken um die 80,000 gallische Kriegsknechte geschlagen. Die Verluste der Gallier beliefen sich auf 10,000 Mann, 25 Kanonen und 78 Feldzeichen. Unsere Verluste hielten sich mit 1000 Gefallenen und 2000 Verwundeten zum Glück in Grenzen. Der Sieg bei Oudenaarde ermöglichte es unserem Prinz Eugen die Städte Brügge und Gent zu befreien und die gallische Festung Lille zu belagern und einzunehmen. Da bei Oudenaarde mal wieder die Gallier erlegt worden sind ist Theodor Körners Schlachtgesang „Lützows wilde verwegene Jagd“ bei unserer Siegesfeier einfach Pflicht: https://www.youtube.com/watch?v=VNm32pLK_AU

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?

Hör´s näher und näher brausen.

Es zieht sich herunter in düsteren Reihn

und gellende Hörner schallen darein

erfüllen die Seele mit Grausen

Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:

Das ist

Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd

Was zieht dort rasch durch den finstern Wald

und streift von Bergen zu Bergen?

Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,

das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt

es fallen die fränkischen Schergen

Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt

Das ist

Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd

Wo die Reben dort glühen dort braust der Rhein,

der Wütrich geborgen sich meinte

Da naht es schnell mit Gewitterschein

und wirft sich mit rüstigen Armen hinein

und springt an das Ufer der Feinde.

Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:

Das ist

Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd!

Was braust dort im Tale die laute Schlacht

was schlagen die Schwerter zusammen?

Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht

und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht

und lodert in blutigen Flammen.

Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:

Das ist

Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd!

Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht

unter winselnde Feinde Gebettet?

Es zucket der Tod auf dem Angesicht

doch die wackern Herzen erzittern nicht

das Vaterland ist ja gerettet!

Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt:

Das ist

Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd

auf Henkersblut und Tyrannen!

Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!

Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt

wenn wir’s auch nur sterbend gewannen.

Und von Enkeln zu Enkeln sei’s nachgesagt:

Das war

Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.“

Vergeblich versuchen die Gallier bei unserem Geschichtsschreiber Alfred von Arneth die Nachschublinien unseres Prinzen Eugens zu stören und holen sich dabei bei Wynendael eine blutige Nase. Und so müssen sie die Stadt Lille übergeben und sich auf die Burg zurückziehen: https://archive.org/details/prinzeugenvonsa00arnegoog

Die Kraft der Überzeugung, welche aus Eugen sprach, bewährte auch diesmal wieder eine überwältigende Wirkung auf diejenigen, welche früher anderer Meinung gewesen waren. Einmütig erklärten auch sie sich nun für die Fortsetzung der Belagerung. Nichts wurde von Eugen versäumt, um den Fortgang derselben zu beschleunigen. Er sowohl als Marlborough wurden durch die Schwierigkeiten der Unternehmung nur noch erfinderischer gemacht in den Mitteln zu ihrer Durchführung. Statt der unterbrochenen Verbindung mit Brüssel wußten sie eine neue zu Ostende zu eröffnen, von woher sie nun ihre Transporte bezogen. Die vielfachen Bewegungen und Märsche, zu denen das Bestreben der Franzosen, die Zufuhren zu sperren, und die Bemühung der Verbündeten, sich dieselben dennoch zu sichern, den Anlaß gab, führten zu fortwährender Befehdung und endlich sogar zu dem blutigen Treffen von Wynendael, worin die Franzosen eine tüchtige Schlappe erlitten. Eugen war endlich, freilich nur durch ein Blutvergießen wie es bei Belagerungen gar selten vorkommt, dahin gelangt, den Hauptsturm auf Lille vorbereiten zu können. Um denselben gewisser Maßen anzukündigen, eröffnete der Prinz am 21. Oktober ein furchtbares Feuer gegen die Stadt. Es sollte als das Vorspiel der entscheidenden Unternehmung gelten. Am folgenden Tage aber um vier Uhr Nachmittags verlangte Boufflers für die Stadt mit Ausnahme der Zitadelle zu kapitulieren. Geißeln wurden ausgewechselt und Verhandlungen hinsichtlich der Übergabe eröffnet. Eugen behandelte die tapfere Besatzung mit der Großmut, welche ihre wackere Verteidigung in so hohem Maße verdiente. Er beglückwünschte den Marschall in verbindlichster Weise und überließ ihm sogar die Festsetzung der Bedingungen der Übergabe. Das Magdalenentor wurde den Verbündeten eingeräumt; die Besatzung, noch ungefähr viertausend Mann stark, zog sich in die Zitadelle zurück. Die Kranken und Verwundeten wurden nach Douay gebracht, die Gefangenen aber gegenseitig ausgewechselt. Selten hat eine kriegerische Unternehmung den beiden Teilen, welche sich dabei gegenüber standen, größeren Ruhm gebracht als die Verteidigung und Einnahme von Lille. Marschall Boufflers hatte die Erwartungen weit übertroffen, die in Frankreich von ihm gehegt worden waren. König Ludwig beeilte sich, den Marschall und dessen vornehmste Offiziere mit Belohnungen zu überhäufen, und Vendome wandte sich sich an Eugen mit der Bitte, die Zusendung der betreffenden Verleihungsdekrete an die Belagerten zu vermitteln. Was aber den Prinzen betraf, so teilten selbst die Feinde die Überzeugung, daß nur seiner Ausdauer und den Hilfsquellen seines Genies die Wegnahme des wichtigsten Platzes zuzuschreiben sei, welchen die Verbündeten hätten erobern können.“

Carl Schmitt

Unser Carl Schmitt hat Geburtstag. Im sächsischen Plettenberg kam er 1888 zur Welt und begann 1907 das Studium der Rechtslehre in Berlin, München und Straßburg. Seinen Doktor machte er 1910 in Straßburg und promovierte 1916. Es folgten Lehrstühle in Greifswald (1921), Bonn (1922), Berlin (1926) und Köln (1932). Nach dem Sturz der Novemberverbrecher wurde unser Carl Schmitt 1933 sogar zum preußischen Staatsrat ernannt und half beim Autobahnbau mit. Nach dem Sechsjährigen Krieg führte dies freilich zu seiner Ächtung durch die Landfeinde und ihre liberalen Handpuppen. Doch hat es die deutsche Eiche noch nie gestört, wenn sich irgendeine Sau an ihr reibt. So arbeitete unser Carl Schmitt an den Fragen des Staats- und Völkerrechtes weiter. Seine Bücher dazu heißen „Politische Romantik“, „Die Diktatur“, „Politische Theologie“, „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“, „Römischer Katholizismus und politische Form“, „Der Begriff des Politischen“, „Verfassungslehre“, „Der Hüter der Verfassung“, „Legalität und Legitimität“, „Staat, Bewegung, Volk“, „Über die drei Arten des rechtswissenschaftlichen Denkens“, „Völkerrechtliche Großraumordnung und Interventionsverbot für raumfremde Mächte“, „Land und Meer. Eine weltgeschichtliche Betrachtung“, „Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum“, „Hamlet oder Hekuba“, „Theorie des Partisanen“ und „Politische Theologie II. Die Legende von der Erledigung jeder Politischen Theologie“, die man zu Rate ziehen sollte, wenn man auf jenen Feldern tätig werden oder gar eine verfassungsgebende Versammlung ins Leben rufen möchte. Das praktische bei unseren alten Preußen ist: Man muß sich nur einen altpreußischen Marsch heraussuchen und schon ist man bei deren Geburtstagsfeiern aus dem Schneider. Ich nehme heute den Fehrbelliner Reitermarsch: https://www.youtube.com/watch?v=tE6gqH75K4Q Und bei den Büchern greife ich zu „Gespräch über die Macht und den Zugang zum Machthaber“, damit die Leute die Schleimerei der Banken, Sekten und sonstigen Übeltätern gegenüber den Staatsmännern ein wenig einordnen können. Da wir aber die besagte Schrift elektronisch leider nicht vorrätig haben, erfolgt der Werkauszug aus dem Nomos der Erde, wo sich unser Carl Schmitt tiefgründigen Fragen der Rechtslehre widmet: https://gedankenfrei.files.wordpress.com/2009/11/e-book-carl-schmitt-der-nomos-der-erde-1950.pdf

Erst als große See-Reiche, maritime Imperien oder, nach einem griechischen Ausdruck, Thalassokratien entstanden, wurde auch auf dem Meere Sicherheit und Ordnung hergestellt. Die Störer der so geschaffenen Ordnung sanken jetzt zu gemeinen Verbrechern herab. Der Pirat wurde zum Feinde des Menschengeschlechts, zum hostis generis humani erklärt. Das besagt, daß er von den Machthabern der See-Reiche geächtet und ausgestoßen, recht- und friedlos gelegt wurde. Solche Ausdehnungen des Rechts in den Raum des freien Meeres hinein sind weltgeschichtliche Ereignisse von umwälzender Bedeutung. Wir wollen sie als Seenahmen bezeichnen. Die Assyrer, die Kreter, die Griechen, die Karthager und die Römer haben auf diese Weise im Mittelmeer, die Hanseaten in der Ostsee, die Engländer auf den Weltmeeren „die See genommen“. The Sea must be kept, die See muß genommen werden, heiß t es bei einem englischen Autor). Seenahmen werden aber erst in einem späten Stadium menschlicher Machtmittel und menschlichen Raumbewußtseins möglich. Die großen Ur-Akte des Rechts dagegen bleiben erdgebundene Ortungen. Das sind: Landnahmen, Städtegründungen und Gründungen von Kolonien. In einer mittelalterlichen Definition der Etymologia des Isidor von Sevilla, die in den ersten Teil des berühmten Decretum Gratiani (um 1150) aufgenommen worden ist, wird das Wesen des Völkerrechts sehr konkret angegeben: Jus gentium est sedium occupatio, aedificatio, munitio, bella, captivitates, servitutes, postliminia, foedera pacis, induciae, legatorum non violandorum religio, connubia inter alienigenas prohibita. Das heißt wörtlich: Völkerrecht ist Landnahme, Städtebau und Befestigung, Kriege, Gefangenschaft, Unfreiheit, Rückkehr aus der Gefangenschaft, Bündnisse und Friedensschlüsse, Waffenstillstand, Unverletzlichkeit der Gesandten und Eheverbote mit Fremdgeborenen. Die Landnahme steht an erster Stelle. Vom Meer ist hier nicht die Rede. Im Corpus Juris Justiniani (z. B. Dig. de verborum significatione 118) finden sich ähnliche Definitionen, in denen von Krieg, Verschiedenheit der Vö lker, Reichen und Abgrenzungen, vor allem von Handel und Verkehr (commercium) als dem Wesen des Völkerrechts die Rede ist. Es wäre der Mühe wert, die einzelnen Bestandteile solcher Definitionen zu vergleichen und geschichtlich zu betrachten. Das wäre jedenfalls sinnvoller als die abstrakten und auf sogenannte Normen abgestellten Begriffsbestimmungen moderner Lehrbücher. Jene mittelalterliche Inhaltsangabe und Aufzählung aber ist bis auf den heutigen Tag aufschlußreich, als die konkreteste Bestimmung dessen, was man Völkerrecht nennt. Mit Landnahmen und Städtegründungen ist nämlich stets eine erste Messung und Verteilung des nutzbaren Bodens verbunden. So entsteht ein erstes Maß , das alle weiteren Maß e in sich enthält. Es bleibt erkennbar, solange die Verfassung erkennbar dieselbe bleibt. Alle folgenden Rechtsbeziehungen zum Boden des von dem landnehmenden Stamm oder Volk eingeteilten Landes, alle Einrichtungen der durch eine Mauer geschützten Stadt oder einer neuen Kolonie sind von diesem Ur-Maß her bestimmt, und jedes ontonome, seinsgerechte Urteil geht vom Boden aus. Bleiben wir deshalb zunächst bei einer Betrachtung der Landnahme als eines rechtsbegründenden Ur-Aktes. Eine Landnahme begründet Recht nach doppelter Richtung, nach Innen und nach Außen. Nach Innen, das heißt innerhalb der landnehmenden Gruppe, wird mit der ersten Teilung und Einteilung des Bodens die erste Ordnung aller Besitz- und Eigentumsverhältnisse geschaffen. Ob durch diese erste Landteilung nur öffentliches oder nur privates, ob Kollektiv- oder Individualeigentum oder beides entsteht, ob katastermäßige Vermessungen vorgenommen und Grundbücher angelegt werden oder nicht, das alles ist eine spätere Frage und betrifft Unterscheidungen, die den Akt der gemeinsamen Landnahme schon voraussetzen und erst aus ihm abgeleitet werden. In der geschichtlichen Wirklichkeit kommen alle denkbaren Möglichkeiten und Verbindungen von Rechts- und Besitztiteln vor. Aber auch dann, wenn schon die erste Landteilung ein rein individualistisches Privat-Eigentum oder ein verbandsmäßiges Sippen-Eigentum begründet, bleibt dieses Eigentum von der gemeinsamen Landnahme abhängig und leitet es sich rechtlich aus dem gemeinschaftlichen Ur-Akt ab. Insofern schafft jede Landnahme nach Innen stets eine Art Obereigentum der Gemeinschaft im Ganzen, auch wenn die spätere Verteilung nicht beim reinen Gemeinschaftseigentum bleibt und völlig „freies“ Privateigentum des einzelnen Menschen anerkennt. Nach Außen steht die landnehmende Gruppe ändern landnehmenden oder landbesitzenden Gruppen und Mächten gegenüber. Hier stellt die Landnahme auf zwei verschiedene Weisen einen völkerrechtlichen Titel dar. Entweder wird ein Stück Boden aus einem Raum herausgenommen, der bis dahin als frei galt, d. h. für das Außenrecht der landnehmenden Gruppe keinen anerkannten Herrn und Gebieter hatte; oder es wird ein Stück Boden dem bisherigen, anerkannten Besitzer und Gebieter weggenommen und an den neuen Besitzer und Gebieter gebracht. Es ist nicht schwer zu begreifen, daß der Erwerb bisher freien, herrenlosen Bodens ein anderes, einfacheres rechtliches Problem bedeutet, als der Erwerb eines in anerkanntem Besitz stehenden Gebietes.“