Die Schlacht bei Paris

Die welsche Hauptstadt Paris wurde im Jahr 1814 erstürmt und diese Waffentat Blüchers und Schwarzenbergs will auch gebührend gefeiert sein. Über zwanzig Jahre gingen uns Deutschen damals nämlich die Welschen auf den Zeiger, ehe deren Napoleon endlich niedergeschlagen werden konnte. Das Lied vom Argonnerwald darf da bei der Siegesfeier nicht fehlen (auch wenn wir bei Paris in die Stellungen der Welschen eingebrochen sind): https://www.youtube.com/watch?v=jK035HYZJv0

„Argonnerwald, um Mitternacht,

Ein Pionier stand auf der Wacht.

Ein Sternlein hoch am Himmel stand,

Bringt ihm ’nen Gruß aus fernem Heimatland.

Und mit dem Spaten in der Hand

Er vorne in der Sappe stand.

Mit Sehnsucht denkt er an sein Lieb:

Ob er sie wohl noch einmal wiedersieht?

Und donnernd dröhnt die Artillerie.

Wir stehen vor der Infanterie.

Granaten schlagen bei uns ein,

Der Franzmann will in unsere Stellung ‚rein.

Er frug nicht warum und nicht wie,

Tat seine Pflicht wie alle sie.

In keinem Liede ward es gehört,

Ob er geblieben oder heimgekehrt.

Bedroht der Feind uns noch so sehr,

Wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr.

Und ob er auch so stark mag sein,

In unsere Stellung kommt er doch nicht ‚rein.

Der Sturm bricht los, die Mine kracht,

Der Pionier gleich vorwärts macht.

Bis an den Feind macht er sich ran

Und zündet dann die Handgranate an.

Die Infanterie steht auf der Wacht,

Bis daß die Handgranate kracht,

Geht dann mit Sturm bis an den Feind,

Mit Hurra nimmt sie dann die Stellung ein.

Der Franzmann ruft: Pardon Monsieur!

Hebt beide Hände in die Höh,

Er fleht uns dann um Gnade an,

Die wir als Deutsche ihm gewähren dann.

Bei diesem Sturm viel Blut auch floß,

Manch junges Leben hat’s gekost´.

Wir Deutsche aber halten stand,

Für das geliebte, teure Vaterland.

Und droht der Feind uns noch so sehr,

wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr,

und ob er auch so stark mag sein,

in unsere Stellung kommt er doch nicht rein.

Argonnerwald, Argonnerwald,

Ein stiller Friedhof wirst du bald!

In deiner kühlen Erde ruht

So manches tapfere Soldatenblut.

Und komm‘ ich einst zur Himmelstür,

Ein Engel Gottes steht dafür:

Argonnerkämpfer, tritt herein,

Hier soll für dich der ewige Friede sein.

Du Pionier um Mitternacht,

Heut‘ steht ganz Deutschland auf der Wacht.

In Treue fest, im Wollen rein,

Als eine neue starke Wacht am Rhein!“

Beim Clausewitz geht es nun in der Feldzugsbetrachtung weiter und Napoleon begeht seinen (vorerst) letzten Fehler: http://digi.landesbibliothek.at/viewer/image/AC05304281/1/LOG_0003/

„Am 24. März war Schwarzenberg bei Vitry und Blücher mit der einen Hälfte in Châlons, mit der andern (Kleist und York) in Chateau-Thierry, als der Entschluß gefaßt wurde, auf Paris zu marschieren. Schwarzenberg wollte über Sezanne und la Ferts Gaucher, Blücher sollte über Montmirail und la Ferte sous Jouarre gehen. Das Rendezvous war bei Meaux auf den 28. festgesetzt, also am 29. unter den Mauern von Paris. Paris ist von Châlons und Vitry einige zwanzig Meilen, der Marsch betrug also täglich über vier Meilen auf den beiden kürzesten und einander zunächst liegenden Straßen, in vereinigten Massen. Diese Anordnung war höchst einfach und gerade auf den Zweck gerichtet, also sehr gut. Nur der General Winzingerode war mit 8,000 Mann Reiterei Bonaparte nachgeschickt, um ihn glauben zu machen, er werde von der ganzen Armee verfolgt; auch das war sehr zweckmäßig, zumal da man bei der Einnahme von Paris so viel Reiterei nicht brauchen konnte. Blücher hatte den General Bülow mit 20,000 Mann vor Soissons gelassen, wodurch dem Orte allerdings zu viel Ehre erwiesen war. Von einer so einfachen, zweckmäßigen Anordnung und von ihrer kräftigen Ausführung, denn die Schlacht von Paris fand bekanntlich schon am 30. März statt, genoß das verbündete Heer bald die reichlichsten Früchte. Die erste, sehr natürliche Wirkung, welche Bonapartes abenteuerlicher Zug in den Rücken Schwarzenbergs hatte, war ein gänzliches Verlaufen seiner abgesonderten Korps, und eine solche Wirkung muß bei einem nicht vorbereiteten strategischen Frontwechsel immer stattfinden. Am 23. März war der Stand der verschiedenen Korps folgender: Franzosen. Hauptarmee: Bonaparte in St. Dizier, seine Kavallerie in Joinville und Doulevant; Ney marschiert von Vitry ab; Macdonald, Oudinot kommen bei Vitry an. Abgesonderte Korps: Marmont, Mortier: Bergeres, auf der kleinen Straße von Châlons nach Paris. Division Pacthod, Division Amey, ein Konvoi von 100,000 Rattonen mit 800 Mann Bedeckung, Sezanne. 1 Kavallerieregiment, von Paris kommend, in Korps in Coulommiers. 1 desgleichen in la Ferts Gaucher. Provisorische Division Ledru in Meaur. Das Freikorps des Obersten Simon, 500 Mann stark, in der Gegend von Coulommiers. General Souham mit 500 Mann in Nogent. Die Verbündeten. Blücher: Langeron, Sacken in Reims. Woronzow (die Infanterie von Winzingerode) in Châlons. Winzingerode mit 8,000 Mann Kavallerie bei Vitry. York, Kleist bei Chateau-Thierry. Schwarzenberg: Wrede bei Vitry. Kronprinz von Württemberg in Sommepuis Arcis, Rajevski in Poivre, zwischen Arcis und Vitry. Barklay in St. Cheron zwischen Lesmont und Vitry. Gyulai bei Arcis. Ohne die Detachements leichter Kavallerie unter Kaisarof, Tettenborn usw. Die Marschälle Marmont und Mortier kamen von Chateau-Thierry und hatten Befehl, sich mit Bonaparte bei Vitry zu vereinigen, wohin sie auch noch den folgenden Tag ihren Marsch fortsetzten. Die Divisionen Pacthod und Amey gehörten zu Macdonald, hatten entferntere Punkte an der Seine inne gehabt, deshalb nicht mit Macdonald abmarschieren können und die Direktion auf Sezanne erhalten. General Souham kam von der Bonne herbei. Die Kavallerieregimenter in Coulommiers und la Ferte und der Train in Sezanne wollten zur Armee stoßen. Alle diese einzelnen Haufen irrten umher, keiner wußte etwas von dem andern, keiner, wo in dem Augenblick die eigene Hauptarmee, keiner, wo die feindliche sei. Am folgenden Tage, den 24., marschieren die Marschälle von Bergeres nach Soude St. Croix und Vitry, Pacthod und Amey mit dem Konvoi von Sezanne nach Etoges, und der General Compans sammelt die Kavallerieregimenter in Coulommiers und la Ferts und führt sie nach Sezanne. Die Richtung dieser Märsche ist also südöstlich, nordöstlich und östlich, kreuz und quer, aber alle der Gefahr entgegen. Dies war die Folge der plötzlichen exzentrischen Bewegung Bonapartes.“

Ernst Jünger, unser Dichter und Sturmtruppführer

Unser aller Sturmtruppführer Ernst Jünger wurde 1895 in Heidelberg geboren. Um der Schule und dem Abitur zu entgehen, meldete er sich 1914 umgehend freiwillig zu unserem deutschen Heer und kämpfte fortan in Gallien und Flandern. Dabei brachte er es bis zum Leutnant und Kompanieführer und staubte das Eiserne Kreuz, den Hausorden der Hohenzoller und den blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen ab. Nach Ende des Vierjährigen Krieges verewigte er die Grabenkämpfe in seinen Büchern „In Stahlgewittern“, „Das Wäldchen 125“ und „Sturm“ und verfaßte dazu sehr lesenswerte Schriften zur Staatskunst wie „Der Kampf als inneres Erlebnis“, „Die totale Mobilmachung“, „Der Kampf um das Reich“ oder „Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt“. Daneben war er noch beim Stahlhelm tätig und bekämpfte die Novemberverbrecher. Beim Ausbruch des Sechsjährigen Krieges meldete er sich erneut freiwillig zum deutschen Heer, konnte aber an seine früheren Erfolge nicht mehr anknüpften und versumpfte im Besatzungsdienst in Gallien. Was nach dem Sechsjährigen Krieg kam, übergehe ich mit Schweigen, denn unser Ernst Jünger hat sich im lichtlosen Dunkel der amerikanischen Fremdherrschaft nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert und auf einmal angefangen von so komischen Dingen wie dem Weltstaat zu reden, die keinen Menschen interessieren… Zur Feier des Geburtstages von unserem Ernst Jünger lesen wir natürlich aus seinem Buch „In Stahlgewittern“ und ich beginne mit dem epischen Vorwort: https://archive.org/details/instahlgewittern34099gut

„Noch wuchtet der Schatten des Ungeheuren über uns. Der gewaltigste der Kriege ist uns noch zu nahe, als daß wir ihn ganz überblicken, geschweige denn seinen Geist sichtbar auskristallisieren können. Eins hebt sich indes immer klarer aus der Flut der Erscheinungen: Die überragende Bedeutung der Materie. Der Krieg gipfelte in der Materialschlacht; Maschinen, Eisen und Sprengstoff waren seine Faktoren. Selbst der Mensch wurde als Material gewertet. Die Verbände wurden wieder und wieder an den Brennpunkten der Front zur Schlacke zerglüht, zurückgezogen und einem schematischen Gesundungsprozeß unterworfen. „Die Division ist reif für den Großkampf.“ Das Bild des Krieges war nüchtern, grau und rot seine Farben; das Schlachtfeld eine Wüste den Irrsinns, in der sich das Leben kümmerlich unter Tage fristete. Nachts wälzten sich müde Kolonnen auf zermahlenen Straßen dem brandigen Horizont entgegen. „Licht aus!“ Ruinen und Kreuze säumten den Weg. Kein Lied erscholl, nur leise Kommandoworte und Flüche unterbrachen das Knirschen der Riemen, das Klappern von Gewehr und Schanzzeug. Verschwommene Schatten tauchten aus den Rändern zerstampfter Dörfer in endlose Laufgräben. Nicht wie früher umrauschte Regimentsmusik ins Gefecht ziehende Kompanien. Das wäre Hohn gewesen. Keine Fahnen schwammen wie einst im Pulverdampf über zerhackten Karrees, das Morgenrot leuchtete keinem fröhlichen Reitertage, nicht ritterlichem Fechten und Sterben. Selten umwand der Lorbeer die Stirn des Würdigen. Und doch hat auch dieser Krieg seine Männer und seine Romantik gehabt! Helden, wenn das Wort nicht wohlfeil geworden wäre. Draufgänger, unbekannte, eherne Gesellen, denen es nicht vergönnt war, vor aller Augen sich an der eigenen Kühnheit zu berauschen. Einsam standen sie im Gewitter der Schlacht, wenn der Tod als roter Ritter mit Flammenhufen durch wallende Nebel galoppierte. Ihr Horizont war der Rand eines Trichters, ihre Stütze das Gefühl der Pflicht, der Ehre und des inneren Wertes. Sie waren Überwinder der Furcht; selten ward ihnen die Erlösung, dem Feinde in die Augen blicken zu können, nachdem alles Schreckliche sich zum letzten Gipfel getürmt und ihnen die Welt in blutrote Schleier gehüllt hatte. Dann ragten sie empor zu brutaler Größe, geschmeidige Tiger der Gräben, Meister des Sprengstoffs. Dann wüteten ihre Urtriebe mit kompliziertesten Mitteln der Vernichtung. Doch auch wenn die Mühle des Krieges ruhiger lief, waren sie bewundernswert. Ihre Tage verbrachten sie in den Eingeweiden der Erde, vom Schimmel umwest, gefoltert vom ewigen Uhrwerk fallender Tropfen. Wenn die Sonne hinter gezackten Schattenrissen von Ruinen versankt, entklirrten sie dem Pesthauch schwarzer Höhlen, nahmen ihre Wühlarbeit wieder auf oder standen, eiserne Pfeiler, nächtelang hinter den Wällen der Gräben und starrten in das kalte Silber zischender Leuchtkugeln. Oder sie schlichen als Jäger über klickenden Draht in die Öde des Niemandslandes. Oft zerrissen jähe Blitze das Dunkel, Schüsse knallten und ein Schrei verwehte ins Unbekannte. So arbeiteten und kämpften sie, schlecht verpflegt und bekleidet, als geduldige, eisenbeladene Tagelöhner des Todes. Manchmal kamen sie zurück, standen verträumt auf den Asphaltmeeren der Städte und schauten ungläubig auf das Leben, das strudelnd in seinen gewohnten Bahnen floß. Dann stürzten sie sich hinein, um keine Minute der kurzen Tage ungenützt verfließen zu lassen, tranken und küßten. Mit der ihnen Lebensform gewordenen Rücksichtslosigkeit schwangen sie in tollen Nächten den Becher, bis ihnen die Welt versank. Da ließ man die gefallenen Freunde leben und schierte sich den Teufel um den nächsten Tag. Und dann ging es wieder auf den gewohnten Straßen der Brandung zu. Das war der deutsche Infanterist im Kriege. Gleichviel wofür er kämpfte, sein Kampf war übermenschlich. Die Söhne waren über ihr Volk hinausgewachsen. Mit bitterem Lächeln lasen sie das triviale Zeitungsgewäsch, die ausgelaugten Worte von Helden und Heldentod. Sie wollten nicht diesen Dank, sie wollten Verständnis. Kein Dank kann groß genug sein. Ein Bild: der höchste Alpengipfel, ausgehauen zu einem Gesicht unter wuchtendem Stahlhelm, das still und ernst über die Lande schaut, den deutschen Rhein hinunter aufs freie Meer. – Einst wird kommen der Tag… Der Zweck dieses Buches ist, dem Leser sachlich zu schildern, was ein Infanterist als Schütze und Führer während des großen Krieges inmitten eines berühmten Regimentes erlebt, und was er sich dabei gedacht hat. Es ist entstanden aus dem in Form gebrachten Inhalt meiner Kriegstagebücher. Ich habe mich bemüht, meine Impressionen möglichst unmittelbar zu Papier zu bringen, weil ich merkte, wie rasch sich die Eindrücke verwischen und wie sie schon nach wenigen Tagen eine andere Färbung annehmen. Es erforderte Energie, diesen Stapel von Notizbüchern zu füllen, in den kurzen Pausen des Geschehens, nach dem Tagewerk der Front, beim trüben Licht einer Kerze, auf den Treppen schmaler Stollenhälse, in zeltverhangenem Trichter oder feuchten Kellern von Ruinen; indes es hat sich gelohnt. Ich habe mir die Frische der Erlebnisse gewahrt. Der Mensch neigt zur Idealisierung des Geleisteten, zur Vertuschung des Häßlichen, Kleinlichen und Alltäglichen. Unmerklich stempelt er sich zum „Helden“. Ich bin kein Kriegsberichterstatter, ich lege keine Helden-Kollektion vor. Ich will nicht beschreiben, wie es hätte sein können, sondern wie es war. Iliacos muros peccatur intra et extra. Der Grad der Sachlichkeit eines solchen Buches ist der Maßstab seines inneren Wertes. Der Krieg setzt sich wie alle menschlichen Handlungen aus Gut und Böse zusammen. Nur treten hier, wo sich die Kraft von Völkern aufs Höchste steigert, die Gegensätze noch greller hervor als sonst. Neben gipfelnden Werten gähnen dunkelste Abgründe. Da, wo ein Mensch die beinah göttliche Stufe der Vollkommenheit erreicht, die selbstlose Hingabe an ein Ideal bis zum Opfertode, findet sich ein anderer, der dem kaum Erkalteten gierig die Taschen durchwühlt. Von großen Worten Berauschte brechen im Moment der Gefahr elend zusammen. Männer, deren Gesinnung wie ein Fels schien, stellen sich in entscheidender Stunde „auf den Boden der Tatsachen“, ohne den Degen zu ziehen, der sonst so schallend gerasselt. Andere durchschwelgen die Nächte, in denen fernes Rot am Himmel glutet und leises Dröhnen mahnend an die Fenster schlägt. Das muß gesagt werden. Um so glänzender hebt sich aus diesem dunkeln Hintergrunde der wahre Mann, der unscheinbare, echte, vom Geist getriebene Krieger, der seine Pflicht tat, am letzten Tage wie am ersten. Was war dagegen der Rausch von 1914? Eine Massensuggestion! Und doch, wie viele habe ich kennengelernt, die unter dem grauen Tuch ein Herz von Gold und einen Willen von Stahl bargen, eine Auslese der Tüchtigsten, die sich dem Tode in die Arme warf – mit stets gleichbleibender Freudigkeit. Ob ihr gefallen seid auf freiem Felde, das arme, von Blut und Schmutz entstellte Gesicht dem Feinde zu, überrascht in dunklen Höhlen oder versunken im Schlamm endloser Ebenen, einsame, kreuzlose Schläfer; das ist mir Evangelium: Ihr seid nicht umsonst gefallen. Wenn auch vielleicht das Ziel ein anderes, größeres ist, als ihr erträumtet. Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Kameraden, euer Wert ist unvergänglich, Euer Denkmal tief in den Herzen eurer Brüder, die mit Euch standen, vom flammenden Ringe umschlossen. Legten wir nicht weiße Bänder auf eure Wunden und sahen in eure brechenden Augen, als euch der Vorhang der Ewigkeit hochrauschte? Möge dies Buch dazu beitragen, eine Ahnung zu geben von dem, was ihr geleistet. Wir haben viel, vielleicht alles, auch die Ehre verloren. Eins bleibt uns: die ehrenvolle Erinnerung an euch, an die herrlichste Armee, die je die Waffen trug und an den gewaltigsten Kampf, der je gefochten wurde. Sie hochzuhalten inmitten dieser Zeit weichlichen Gewinsels, der moralischen Verkümmerung und des Renegatentums ist stolzeste Pflicht eines jeden, der nicht nur mit Gewehr und Handgranate, sondern auch mit lebendigem Herzen für Deutschlands Größe kämpfte.“

Die Schlacht am Naratschsee

Wir Deutschen feiern heute den Jahrestag der Schlacht am Naratschsee und ein großer deutscher Sieg war die Abwehr des russischen Großangriffes im Jahre 1916 fürwahr. Es traten nämlich am Naratschsee 370 russische Bataillone mit 1000 Geschützen gegen 70 deutsche Bataillone und 400 Geschütze an. Geführt haben unsere Truppen in der Schlacht unser Feldmarschall von Eichhorn und unser General von Hutier. Diese schlugen den russischen Angriff ab und fügten den Russen einen Verlust von 140,000 Mann zu, erlitten aber leider auch einen Verlust von 20,000 Mann. Mit Arndts epischem Schlachtgesang „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“ und unserem Panzergetränk Met soll der Sieg am Naratschsee gefeiert werden! https://www.youtube.com/watch?v=y04CdX1LVaA

„Der Gott, der Eisen wachsen ließ,

der wollte keine Knechte,

drum gab er Säbel, Schwert und Spieß

dem Mann in seine Rechte;

drum gab er ihm den kühnen Mut,

den Zorn der freien Rede,

dass er bestände bis aufs Blut,

bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt,

mit rechter Treue halten

und nimmer im Tyrannensold

die Menschenschädel spalten.

Doch wer für Tand und Schande ficht,

den hauen wir zu Scherben,

der soll im deutschen Lande nicht

mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil’ges Vaterland!

O deutsche Lieb’ und Treue!

Du hohes Land, du schönes Land!

Dir schwören wir aufs neue:

Dem Buben und dem Knecht die Acht!

Der fütt’re Krähn und Raben.

So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht

und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann,

in hellen, lichten Flammen!

Ihr Deutschen alle, Mann für Mann

fürs Vaterland zusammen!

Und hebt die Herzen himmelan

und himmelan die Hände,

und rufet alle, Mann für Mann:

Die Knechtschaft hat ein Ende!

Lasst klingen, was nur klingen kann,

Trompeten, Trommeln, Flöten!

Wir wollen heute Mann für Mann

mit Blut das Eisen röten,

mit Henker- und mit Knechteblut,

o süßer Tag der Rache!

Das klinget allen Deutschen gut,

das ist die große Sache.

Lasst wehen nur, was wehen kann,

Standarten wehn und Fahnen!

Wir wollen heut uns Mann für Mann

zum Heldentode mahnen:

Auf, fliege, stolzes Siegspanier,

voran dem kühnen Reihen!

Wir siegen oder sterben hier

den süßen Tod der Freien.“

Nachzulesen gibt es das epische Schlachtgeschehen bei unserem geschichtsschreibenden Dichter Walter Flex. In seinem Buch „Die russische Frühjahrsoffensive 1916“ lese ich daher nun ein kleines Stückchen weiter: https://digi.landesbibliothek.at/viewer/image/AC05677910/1/

„General Pleschkow verfiel beim Einsetzen seiner Armeegruppe auf dem Nordflügel in denselben verhängnisvollen Fehler wie Balujew auf dem Südflügel: statt auf seiner gesamten Angriffsfront zwischen der Olsiza und der Komaika auf einmal mit dichten Massen anzugreifen, deren gleichzeitige Bewältigung der deutschen Artillerie schwerer gefallen wäre, suchte er unter Zusammenfassung einer möglichst starken artilleristischen und infanteristischen Kraft bald an der Muli-Schneise, bald an der Hindenburg-Schneise durchzubrechen und ermöglichte es dadurch den jeweils frontal nicht beschäftigten deutschen Batterien im Norden bis über Wileity und im Süden bis über Sadewe hinaus flankierend in die Abwehrschlacht einzugreifen. Den ganzen Tag über bis in den sinkenden Abend hinein tobte auf den Flügeln des Saarbrücker Korps die Artillerieschlacht weiter, immer wieder durch vergebliche Massenstürme der Infanterie unterbrochen, die im konzentrischen Feuer der Abwehrbatterien blutig zusammenbrachen. Nach jedem abgeschlagenen Angriff meldeten die Gefechtsläufer der Kompanien, noch atemlos von ihrem Todesweg durch die Sperrfeuerzone, den Bataillonskommandeuren den neuen Sieg. „Wir haben sie uns weit vorn Leibe gehalten!“, immer wieder waren es dieselben Worte, die sie brauchten. Auf dem äußersten Südflügel am Wiszniew-See begann der Feind erst gegen Mittag Infanterie gegen die Landwehrregimenter der IX. Kavalleriedivision zu entwickeln. Schon beim Herabsteigen von den Höhen bei Makarycze und Czurlony erlitten sie schwere blutige Verluste. Die Batterien der LXXV. Reservedivision wirkten jetzt, in Vergeltung des nachbarlichen Liebesdienstes vom Vormittag, unterstützend aus der linken Flanke. Von rechts her über den Wiszniew-See donnerten die Batterien des linken Flügels des III. Reservekorps, das keinen Angriff vor der eigenen Front abzuweisen hatte. Die russische 25. Division griff geschlossen an. Unter großen Verlusten klammerten sich die Trümmer der vordersten Sturmbataillone dicht vor der Front des Landwehrregiments XLVIII im Gelände an. Um vier Uhr nachmittags und nach anderthalb Stunden noch einmal wurde der Angriff wiederholt oder besser, durch Hereinwerfen neuer Massen in die verblutenden Linien neu genährt. Aber trotz aller Riesenopfer konnten sie ihre Sturmstellungen nicht weiter als bis auf 200 Meter an die Gräben der 48er vortreiben. Hier blieben sie im vereinigten Abwehrfeuer der deutschen Wessen liegen und konnten weder vorwärts noch rückwärts, bis endlich die Dunkelheit ihnen eine entsetzensvolle Flucht ermöglichte. Beinahe von Stunde zu Stunde bis in den Spätnachmittag hinein erneuerte der Russe auch gegen die Regimenter am Narocz-See seine wütenden Massenstürme. Mittags brach er aus der Tannenschlucht südlich Zanarocze gegen die 250er vor, nachdem etwa eine Stunde vorher deutsche Gasgranaten auf die schweren russischen Batterien eine längere Pause in der Artillerievorbereitung erzwungen halten. Eine halbe Stunde nach Mittag flutete der Angriff gegen die ganze Hügelfront am See vor. Südöstlich Mokrzyce vor der Front der 251er brach er zuerst, bald darauf überall zusammen. Unverwundete Russen wurden zu Dutzenden von beherzt vorstürzenden Leuten vor den Hindernissen gestellt und gefangen. Abermals eine Stunde später setzte Balujew seine Regimenter zum vierten Durchbruchsversuche an, von denen sich nur Trümmer zurück retten konnten. Nach ungefährer Schätzung ließ der Russe am ersten Schlachttage allein zwischen Narocz- und Wiszniew-See 4-5000 Tote liegen, ohne das geringste zu erreichen. Die deutschen Stellungen und Hindernisse hatten hier noch verhältnismäßig wenig gelitten. Die blutigen Verluste waren gering. Die zahlreichen Fuchslöcher unter den Brustwehren halten sich gut bewährt. Schwerer war der deutsche Blutzoll auf der Nordfront, wo die Verteidiger großenteils deckungslos in den Gräben lagen. Das Artilleriefeuer schuf hier nicht wie anderswo ein vertetdigungsfähiges Trichterfeld, da sich die Geschoßkrater sofort sickernd bis an den Rand mit eisigem Sumpfwasser füllten. Auch in den Gräben standen die Leute setzt schon bis zur Mitte der Oberschenkel im Schneewasser. In den Mittagsstunden blieben fünf Teilvorstöße, die nur als Demonstrationsangriffe gewertet wurden, weit vor den Hindernissen der kurhessischen Husaren bei Wileity, des westfälischen Regiments XVII bei Mosheiki, in der Kowali-Enge und bei Sadewe, und vor dem unterelsässischen Regiment CXXXVIII am Wäldchen vor Duki liegen…“

Tannhäuser

Unserem alten deutschen Minnesänger Tannhäuser wollen wir heute Gedenken. Einen Grund dafür gibt es nicht. Es ist halt was im Panzerschlacht- und Geburtstagskalender frei und wir kennen keinen Geburts- oder Sterbetag und wissen auch sonst nichts genaues von unserem Tannhäuser. Bis 1270 hat unser Tannhäuser wohl gelebt und gewirkt. Er soll am Kreuzzug unseres Kaisers Friedrichs II. teilgenommen haben. Von den Werken unseres Tannhäusers sind uns aber zum Glück einige erhalten geblieben. Mit dem Minnesang „Für uns kommt eine freudenreiche Zeit“ mache ich den Anfang:

Für uns kommt eine freudenreiche Zeit,

darüber freut sich alles, was lebt –

die viele in freudige Erregung versetzt.

Ein Hoch auf dich, Mai, daß du

So voller Freuden gekommen bist!

Das ist ein Vergnügen für mein Herz.

Wir haben alle deutlich vernommen,

wie der Fürst leben will.

In Österreich und andernorts

wird er sich immer höchsten Ruhm sichern.

Hier wie dort und da

kennt er sich in allen Angelegenheiten aus.

Er hat seine Sache so gut gemacht,

daß man diesem würdigen Mann Dank schuldet.

Der kann sich stets glücklich schätzen,

dem er seinen Gruß entbietet.

In Ehren wird er mächtiger, dieser Held,

von Jahr zu Jahr mehr und mehr.

Ich weiß nicht, ob ihr das glauben mögt:

Er unterläßt es nicht trotz kleinlichem Haß.

Seiner Würde gemäß kann ihn niemand genügend loben.

Was er auch tut, wer wagte das auf sich zu nehmen?

Solche habe ich zu meinen Lebzeiten noch nicht viele gesehen,

das erkennen, wie man hört, die Weisen und die Besten ihm zu.

Sie schlafen noch, er weckt sie, so scheint es mir.

Es war alles ein Spiel – bisher, nun mögen sie sich in acht nehmen,

Daß sie den Helden nicht erzürnen!

Das ist mein Rat, es kann (ihnen) schaden.

Ich weiß nicht, ob sie es überhaupt glauben:

Sie haben sich mit ihm völlig übernommen

Und müssen alle zurückweichen,

wohin er sich auch mit seinen Kriegern wendet.

Er schwebt hoch über ihnen

majestätisch wie ein Adler.

Seinem Befehl bin ich treu, er lehrt nur würdevolles Verhalten.

Sie richten nichts gegen seine Ehre aus, die ist überall verbreitet.

Er hat und kann und wagt zu handeln, der stolze und mutige Waliser.

Wer lebt noch, von dem man heute so viel Bewundernswertes erzählt?

Er ist kein bißchen wankelmütig,

Was er verspricht, das macht er wahr.

So fahren mit ihm Juden, Christen, Griechen, Kumanen, Heiden in großer

Zahl, Ungarn, Polen, Reußen, Böhmen; wer überhaupt angenehm leben will,

Dem ergeht es bei ihm gut, wohin er auch fährt, wenn er ein tüchtiger Kerl ist.

Viele Arme versorgt er: ich nenne nur mich als Beispiel.

Zudem sorgt er für den tiefsten Frieden in all seinen Landen,

für gerechte Preise bei allen Gütern, er verhindert Raub und Brandschatzung.

Sein Herz blüht wie ein Baum,

der zu allen Zeiten Freude trägt.

Die Freigebigkeit aller anderen ist wie ein Schatten

im Vergleich zu seiner, bei ihm ist die Ehre zuhause.

Meiner Meinung nach ist es so: Wer ihn nur einmal in der Woche sehen

kann, dem kann keinerlei Unglück widerfahren.

Er trägt mit Recht den Namen Friedrich,

auch hier kommt niemand ihm gleich.

Sehr bald wird es geschehen,

daß man eine Krone

herrlich auf seinem Haupt sieht;

so zieht der Fürst herrlich dahin.

Er ist unsere Freude,

ein Glanz wie die Sonne.

So ist er, der ideale Fürst,

freigebig und ehrenvoll;

alle attraktiven Frauen

wollen etwas über ihn hören.

Nach dem edlen Wohlgesinnten fragen sie oft am Rhein,

überall in den Alpen rühmt man ihn sehr und die Seinen.

Zu Wasser wie zu Lande ist er so verwegen,

ich weiß nichts, das an dem Helden unvollkommen wäre.

Traurige Herzen werden durch

ihn froh, wenn er den Damen zum Reigen singt.

Dabei helfe ich ihm,

indem ich mit ihm jederzeit gerne den Mai besinge.

Seine Scherze sind in Ordnung,

denn er gibt jederzeit mit Ehren, der Reine,

dazu (kommt) hochherzige

offensichtliche Kühnheit. Sein Besitz gehört allen.

Er ist jederzeit fröhlich,

das Lachen steht ihm wohl an,

das kann er sehr reizend

und mit großer Ausgelassenheit tun.

Fest wie ein Diamant,

in jeder Hinsicht,

geht sein Ruhm durch alle Lande,

den kann niemand ankratzen.

Lobte ihn irgend jemand besser als ich,

soll er seinen Nutzen daraus ziehen.

Alle Sänger, scheint mir,

müßten daran verzweifeln.

Nun dorthin! Die Gesellschaft wird wieder zahlreich,

wenn wir von den Straßen aus auf dem Platz zusammenkommen.

Nun los! Ich kann euch noch verwundern, worauf ich nicht verzichten werde.

Mit mir sollt ihr auf den Anger kommen,

wo man die jungen Leute in Scharen zusammenströmen sieht;

Da sind die Mädchen, vor denen man mit Flöten und Geigen aufspielen muß.

Wo ist nun die Gute

mit ihrem Pfauenfederhut?

Die vergesse ich nie,

und sollte ich ewig leben.

Bei der Linde wird man uns finden,

bei schönen Mädchen.

Dort werden wir singen und tanzen,

dort werden wir Erfolg haben.

Ja, wo läßt sie sich finden?

Gleich da bei den schönen Mädchen.

Da wird niemand traurig sein,

wo der Tannhäuser

mit der Liebsten so den Reigen tanzt.

Das würde ihn betrüben,

wäre da nicht Frau Kunigund

mit ihrem gelockten Haar;

die trägt ihren roten Mund zur Schau.

Das sind Sommerpuppen!

Da beginnt Matze mich zu necken, läuft mir mit dem Ball voraus.

Güetel, Güetel, mach Stimmung, damit es mir und dir gefällt!

Auf, auf, Mädchen, genießt das Leben!

Weil uns Gott den Leib gegeben hat,

so werden wir singen

und fröhlich tanzen.“

Kaiser Maximilian I. – unser letzter Ritter

Am heutigen Tage im Jahre 1459 wurde unser alter deutscher Kaiser Maximilian I. in Wien geboren. Den deutschen Thron bestieg er 1493 und folgte damit seinem Vater Friedrich III. nach. Regiert hat er dann bis 1519 und nachgefolgt ist ihm sein Enkel Karl, der damals schon König von Spanien. Vorher hat er allerdings seine Hausmacht bedeutend ausgebaut – nach Sitte der Habsburger durch Heirat mit Maria von Burgund, was ihm die Niederlande und die alten burgundischen Ländereien einbrachte. Für die Habsburger war das ein kleiner Quantensprung und sein Enkel Karl V. sollte beinahe eine europäische Universalmonarchie begründen. Mit so ehrgeizigen Plänen trug sich Kaiser Maximilian noch nicht, sondern widmete sich dem inneren Ausbau unseres alten deutschen Reiches. Das Reichskammergericht, die Reichskreise und den Ewigen Landfrieden haben wir ihm zu verdanken. Das Kaiserlied der Lothringer – „Gott erhalte Franz den Kaiser“ – habe ich mir für unseren Kaiser Maximilian zum Wiegenfest ausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=w81MS8qDb80

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Hoch als Herrscher, hoch als Weiser

steht er in des Ruhmes Glanz.

Liebe windet Lorbeerreiser

ihm zu ewig grünem Kranz.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Über blühende Gefilde

reicht sein Zepter weit und breit.

Säulen seines Throns sind Milde,

Biedersinn und Redlichkeit.

Und von seinem Wappenschilde

Strahlet die Gerechtigkeit.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Sich mit Tugenden zu schmücken,

achtet er der Sorgen wert.

Nicht, um Völker zu erdrücken,

flammt in seiner Hand das Schwert;

sie zu segnen, zu beglücken,

ist der Preis, den er begehrt.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Er zerbrach der Knechtschaft Bande,

hob zur Freiheit uns empor.

Früh erleb’ er deutscher Lande,

deutscher Völker höchsten Flor

und vernehme noch am Rande

später Gruft der Enkel Chor:

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!“

Als letzter Ritter hat unser Kaiser Maximilian ein schön bebildertes Turnierbuch namens Freydal verfassen lassen, in das man bei Gelegenheit einen Blick werfen sollte: http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/Da204_fol_Text/0002 Daneben hat er auch noch die Epen Weißkunig und Theuerdank verfaßt. In letzterem begibt er sich – ganz romantisch – auf die Reise zu seiner Maria von Burgund und daher tragen wir Panzertiere diesen zu Ehren seines Geburtstages vor: https://archive.org/details/teuerdankdiegef00goedgoog

„Wie die Künigin den Boten abfertiget, den edlen Held Teurdank allenthalben zů suchen

Die Künigin einen treuen Mann

Hieß hinein zů ir in Sal gan,

Sprach: „Hör, unser getreuer Knecht,

Wir haben dich bisher gerecht

In dein Handlungen gefunden,

Und darumb zů allen Stunden

Vor andern gesetzt ein Vertrauen

In dein Person; das magstu schauen

Bei der Gnad, so wir dir tan han.

Darumb so wirst du uns nit lan

Auch ditzmals in disen Sachen,

Sonder dich aufs erst auf machen

Und sůchen einen teuren Held,

Den hat unser Vater erwelt

Uns und dem Land für ein Herren.

Wir wissen nit, ob er fern

Oder nach von hie zů finden sei,

Aber wir sagen dir darbei:

Bringstu den Helden mit dir her,

So sollest du hinfür nit mer

Von Armůt wissen zů sagen,

Dann du alle dein Lebtagen

Reich und auch mechtig sollest sein.“

Also sprach die edl Künigein,

Damit si im ein Kredenzbrief

Gab und gebot, daß er nit schlief

Noch sich jemands aufhalten ließ,

Bis er einen Held, der da hieß

Teurdank, erfraget oder fund.

»Wellest auch darbei deinen Mund

Der Sach halb halten verborgen.“

Der Bot sprach: „Frau, laßt mich sorgen

Und kümmert Euch nit, seid mit Rů,

Ich will besehen, wie ich im tů,

Damit ich find denselben Mann.

Kein Rast noch Ru will ich darin han,

Bis ich in bringe her mit mir.

Darumb so erlaubet mir schir

Zů reiten und sůechen den Held,

Wo ich den halt find in der Welt.“

Die Künigin im ein Urlaub gab.

Mit solchem da schid der Bot ab,

Reit manche Berg und tiefe Tal,

Sůchet den Helden überall.

Ich will in nun reiten lassen

Nach Teurdank, dem Held, sein Straßen

Und Euch noch weiter machen kund,

Was der listig Teufel begund

Sich mittler Zeit zů understan,

Zů handlen mit dem teuren Mann.“

Bei unserem Geschichtsschreiber Friedrich Kohlrausch in den „Bildnissen der deutschen Könige und Kaiser“ wendet sich unser Kaiser Maximilian I. nunmehr Italien zu, welches ihm die Gallier streitig machen wollen: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11333193_00005.html

„So wurden auf dem Reichstage zu Köln die merkwürdigen Gedanken Bertholds von Mainz, welche fast zwei Jahrzehende hindurch, die letzte Zeit Friedrichs III. und die erste Maximilians, in Bewegung gesetzt hatten, die Gedanken einer umfassenden Einheit der ganzen Nation unter einem kräftigen Regimente, in welchem der König nur den Vorsitz haben sollte, und einer Beisteuer zu den allgemeinen Bedürfnissen nach der Kopfzahl aller Reichsuntertanen, ohne Rücksicht auf das besondere Land, welchem sie angehörten, diese Gedanken wurden aufgegeben; der König blieb in seiner alten, wenig geordneten und nur durch seine persönliche Überlegenheit Bedeutung erhaltenden Stellung; die Reichsglieder hielten ihre Territorialhoheit fest und wollten die Reichshilfe nur in dem Charakter geschlossener Staaten leisten. Sie leisteten ihm auch wirklich jetzt eine Hilfe an Reichstruppen nach einer Matrikel, zunächst für den Zweck, sein Erbrecht in Ungarn zur allgemeinen Anerkennung zu bringen, wogegen sich, wenn auch nicht der König Ladislaus, so doch mehrere der Großen sträubten. Als Maximilian mit einem Heere an der Grenze erschien, bequemten sich die ungarischen Stände zu einem 1506 zu Wien geschlossenen Frieden, in welchem Maximilian sein Erbrecht auf’s Neue vorbehielt. Nun richtete Maximilian seine Blicke wieder auf Italien, um in diesem Lande das so gut als ganz erloschene kaiserliche Ansehen herzustellen. In diesem Lande waren damals vier Mächte die vorherrschenden, der Papst, der König Ludwig von Frankreich, der König Ferdinand von Aragonien und die Republik Venedig. Frankreich und Aragonien hatten im Jahre 1500 den König Friedrich von Neapel zur Niederlegung seiner Krone gezwungen und das schöne Reich unter sich geteilt; allein die Spanier hatten ihre Rechnung am schlauesten angelegt, schon drei Jahre nach der Teilung vertrieben sie die Franzosen aus Neapel und behielten das Königreich für sich. Zur Entschädigung dafür suchte Ludwig eine Verbindung mit Maximilian und dessen Großsohne Philipp, dem die glänzendsten Aussichten künftiger Größe eröffnet waren, denn schon war er König von Kastilien, als Erbe seines Schwiegervaters Ferdinand hatte er das ganze übrige Spanien, so wie nun auch Neapel und Sizilien, zu erwarten; jetzt bot ihm Ludwig XII. für seinen erstgebornen Sohn Karl die Hand seiner Tochter Claudia mit Mailand , Burgund und Bretagne als Mitgift an. Dieser Versuchung widerstanden Maximilian und Philipp nicht; jener erteilte dem französischen Könige gegen Erlegung von 200,000 Goldgulden am 7. April 1505 zu Hagenau die Belehnung mit Mailand, und Philipp verließ die Partei seines eignen Schwiegervaters Ferdinand. Allein diese Berechnungen einer gesinnungslosen Politik, welche leider von diesem Zeitalter an die herrschende in Europa wurde, trugen tote Früchte; schon am 25. September 1506 starb der kastilische König Philipp zu Burgos an den Folgen eines kalten Trunkes bei erhitzendem Ballspiele, zweiminderjährige Söhne, Karl und Ferdinand, hinterlassend, und der König Ludwig von Frankreich vergaß so schnell, nachdem er seinen Zweck wegen Mailand erreicht hatte, die Zusage seiner Tochter Claudia an den ersten jener beiden Prinzen, daß er sie schon im Mai 1505 mit seinem mutmaßlichen Thronerben, Franz von Angouleme, verlobt hatte. Nach solcher Wortbrüchigkeit hielt sich Maximilian aller seiner Verträge mit Frankreich für entbunden und sann nur daraus, seinen Zorn gegen den König Ludwig zu befriedigen; in Italien sollte dessen Übermacht gebrochen werden. Ludwig halte sich dort, außer Mailand, auch die mächtige Stadt Genua unterworfen; als dieselbe es wagte, wieder von ihm abzufallen, zog er im Anfange des Jahres 1507 mit Heeresmacht gegen sie und brachte sie schnell zum Gehorsam. Die drohende Stellung Frankreichs in Italien beunruhigte wiederum den Papst Julius II., der im Jahre 1502 aus den unwürdigen Alexander VI. (Borgia) gefolgt war. Julius II. gehört zu den eigentümlichsten in der Reihe der Päpste; man hat ihn einen Kriegsmann im Priesterrocke genannt; der, so oft in der Geschichte Italiens auftauchende, Gedanke erfüllte seine Seele, dieses sein Vaterland von der Herrschaft der Fremden zu befreien und zu einem großen Staatskörper zu vereinigen. Aber die damalige Staatskunst, welche sich durch kleinliche Berechnungen leiten ließ, hielt auch ihn von großen Maßregeln ab und ließ ihn bald nach dieser, bald nach jener Seite schwanken; gegenwärtig glaubte er die Gefahr von Frankreichs Seite nicht besser abwehren zu können, als wenn er den römischen König nach Italien riefe; er lud daher Maximilian zum Empfange der Kaiserkrone nach Rom ein…“

Kaiser Wilhelm der Große

Wenn ich die unselige Gegenwart mit der Zeit Kaiser Wilhelms des Großen vergleiche, so kommen mir die Worte Nietzsches in den Sinn:

„Die Geschichte gehört vor Allem dem Tätigen und Mächtigen, dem, der einen großen Kampf kämpft, der Vorbilder, Lehrer, Tröster braucht und sie unter seinen Genossen und in der Gegenwart nicht zu finden vermag. So gehörte sie Schillern: denn unsere Zeit ist so schlecht, sagte Goethe, daß dem Dichter im umgebenden menschlichen Leben keine brauchbare Natur mehr begegnet. Mit der Rücksicht auf den Tätigen nennt zum Beispiel Polybios die politische Historie die rechte Vorbereitung zur Regierung eines Staates und die vorzüglichste Lehrmeisterin, als welche durch die Erinnerung an die Unfälle Anderer uns ermahne, die Abwechselungen des Glückes standhaft zu ertragen.“

Ohne die Erinnerung an unsere ruhmreiche Vergangenheit stünden wir Deutschen heute wohl ziemlich verloren in der Welt. So aber finden wir große Anregung und viel Kraft im Blick auf die alte Zeit. Und so wollen wir den Geburtstag von unserem Kaiser Wilhelm dem Großen ein wenig feiern. Der Sohn Friedrich Wilhelms III. von Preußen und unserer Königin Luise wurde 1797 in Berlin geboren. Seinem Bruder Friedrich Wilhelm IV. folgte er 1861 als preußischer König nach. Seine Heeresreform setzte er gegen den erbitterten Widerstand der liberalen Schießbudenfiguren im preußischen Landtag durch. Und auch während unserer deutschen Einigungskriege hatte er vielfach mit den liberalen Schießbudenfiguren zu kämpfen. Dennoch konnten 1864 die Dänen besiegt und unsere deutschen Herzogtümer Schleswig und Holstein von deren Joch befreit worden sind. Im Jahre 1866 kam es zum Streit mit den Österreichern, der durch die Schlacht bei Königgrätz zugunsten unserer Preußen entschieden worden ist. In der Folge gründete Preußen den Norddeutschen Bund, der den aufgelösten deutschen Bund ersetzte. Im Jahre 1870 erklärten dann die Gallier unserem alten Preußen den Krieg. Mit Ausnahme Österreichs, der Niederlande und der Schweiz schlossen sich nun alle deutschen Stämme unseren Preußen an und warfen die Gallier bis 1871 nieder. In diesem Jahr erlangte unser Wilhelm der Große auch die deutsche Kaiserwürde. Bis 1888 hat er unser altes Reich regiert und diesem eine wahre Blütezeit beschert. Bei seinen Kriegen stützte er sich auf unseren Feldmarschall Helmuth von Moltke und mit der Staatskunst betraute er unseren Eisernen Kanzler Otto von Bismarck. Die Askanierin Augusta von Weimar heiratete unser Kaiser Wilhelm der Große 1829. Das Paar hatte einen Sohn und eine Tochter. Friedrich war der Sohn geheißen und als Friedrich IV. folgte er seinem Vater nach. Das Kaiserlied der Hohenzollern „Heil dir im Siegerkranz“ darf bei der Geburtstagsfeier für unseren Kaiser Wilhelm den Großen niemals nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=K-9UERP6Umw

„Heil dir im Siegerkranz,

Herrscher des Vaterlands!

Heil, Kaiser, dir!

Fühl in des Thrones Glanz

die hohe Wonne ganz,

Liebling des Volks zu sein!

Heil Kaiser, dir!

Nicht Ross und Reisige

sichern die steile Höh,

wo Fürsten stehn:

Liebe des Vaterlands,

Liebe des freien Manns

gründet den Herrscherthron

wie Fels im Meer.

Heilige Flamme, glüh,

glüh und erlösche nie

fürs Vaterland!

Wir alle stehen dann

mutig für einen Mann,

kämpfen und bluten gern

für Thron und Reich!

Handlung und Wissenschaft

hebe mit Mut und Kraft

ihr Haupt empor!

Krieger- und Heldentat

finde ihr Lorbeerblatt

treu aufgehoben dort

an deinem Thron!

Sei, Kaiser Wilhelm, hier

lang deines Volkes Zier,

der Menschheit Stolz!

Fühl in des Thrones Glanz,

die hohe Wonne ganz,

Liebling des Volks zu sein!

Heil, Kaiser, dir!“

Kaum sind unsere deutschen Herzogtümer Schleswig und Holstein vom Dänenjoch befreit, werden sie auch schon zum Zankapfel zwischen Österreich und Preußen, wie uns unser Geschichtsschreiber Berthold Volz berichtet:

„So wurde denn am 30. Oktober 1864 in Wien der Friedensschluß unterzeichnet, durch den der König von Dänemark alle seine Rechte auf die drei Herzogtümer an den Kaiser von Österreich und den König von Preußen abtrat, indem er sich zugleich verpflichtete, „die Dispositionen, welche Preußen und Österreich in Bezug auf die Herzogtümer treffen würden, anzuerkennen“. Kriegskosten wurden nicht verlangt. Welch ein Erfolg! Völlig waren die Herzogtümer aus jeder Verbindung mit Dänemark befreit, und damit für Deutschland ein Zuwachs an Land und Macht, wie seit Jahrhunderten nicht, gewonnen. Die Schleswig-Holsteiner freilich verlangten mit Hartnäckigkeit, als ein selbstständiger Staat anerkannt zu werden und den Herzog Friedrich eingesetzt zu sehen, War aber darum das Blut so vieler Tapferen geflossen, daß Deutschland einen Kleinstaat mehr erhielte? Der Meinung war König Wilhelm nicht: nur dann schien ihm der Preis nicht zu hoch, wenn aus den Herzogtümern „eine wahre Nordmark zu Deutschlands Schutz und Trutz zu Lande und zur See“ gemacht würde. Indessen der Bundestag, ganz eingenommen für den Kleinstaatsgedanken, war bedacht, sich eine Stimme bei der künftigen Gestaltung der Elbherzogtümer zu sichern. Er ließ daher die Bundestruppen in Holstein stehen, um dem Herzog Friedrich eine Stütze zu gewähren. Gerade deswegen verlangte Preußen ihren Abzug; und Österreich schloß sich diesem Begehren an. So mußte denn der Bundestag sich fügen. Denn nur die beiden Großmächte, nicht aber der Deutsche Bund waren durch den Wiener Frieden die Herren der Herzogtümer geworden. Das Verlangen aber, das bei dieser Gelegenheit zu Tage getreten war, Preußen unter die Entscheidungen des Bundestages zu beugen, beantwortete die preußische Regierung mit der bündigen Erklärung, daß sie eine Herrschaft der Mehrheit des Bundes, welche ihr eigenes Belieben an die Stelle der Bundesvertrage setzen wolle, in keinem Falle dulden würde, Wenn daher die deutschen Regierungen auf die Vorteile, die ihnen der Bund gewähre, Wert legten, so müßten sie sich sorgfältig hüten, durch willkürliche Überschreitungen das gemeinsame Band zu zerreißen. So hatte Preußen noch niemals zu dem Bunde gesprochen. Erschreckt drängten sich die Mittelstaaten, deren Bestreben von jeher auf eine Hemmung der preußischen Politik gerichtet war, an Österreich heran. Denn Graf Mensdorff-Pouilly, der neue Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Österreichs, kehrte sichtlich zu der alten Praxis Österreichs zurück, die Gegnerschaft gegen Preußen zu betonen und die deutschen Mittelstaaten, die Preußen abgeneigt waren, zu protegieren. Daher war es denn auch für die Einsetzung des Herzogs Friedrich von Augustenburg und begünstigte, nachdem die Bundestruppen aus Holstein abgezogen waren und Zivilkommissare der beiden Großmächte die Verwaltung der Herzogtümer übernommen hatten, ganz offen die Agitation für den Herzog. Auch Preußen erwog, wieweit sich die Einsetzung desselben mit dem Interesse Deutschlands vereinigen lasse, In einer Note vom 22. Februar 1865 formulierte es die Bedingungen feiner Anerkennung dahin, daß die Herzogtümer dem Zollvereine beiträten, ihr Post, und Telegraphenwesen an Preußen übergäben, ihre Militärmacht dem Könige von Preußen zur Verfügung stellten, der dafür den Schutz der Herzogtümer gegen jeden Angriff übernähme, und einige strategisch wichtige Punkte, besonders den Kieler Hafen, abträten, während Rendsburg Bundesfestung würde. Nur so konnte Deutschland Vorteil von der Erwerbung haben. Österreich als Mitbesitzer billigte diese Bedingungen mit Ausnahme der militärischen; Herzog Friedrich indessen wies sie als „unannehmbar“ zurück. Damit zerbrach er das Brett, auf dem er stand. Kein Erbrecht war sehr anfechtbar; das Gutachten der preußischen Kronjuristen, das die Regierung eingefordert hatte, wies seine Ansprüche als unbegründet zurück, und durch die Agitation, die er zuließ, verscherzte er die Sympathie König Wilhelms vollends. So blieb denn nur die Einverleibung der Herzogtümer in Preußen, soweit es das Mitbesitzrecht Österreichs zuließ, ins Auge zu fassen. Allein dieser stand das Bedenken entgegen, daß sie Preußen eine Machtverstärkung nicht bringen konnten. Denn infolge ihrer Lage legten die Elbherzogtümer zu ihrer Verteidigung die Kräfte Preußens zu Wasser und zu lande fest, während sie nicht mehr als eine Million Einwohner ihm zubrachten. Daß er dennoch diese Lösung der Frage ins Werk gesetzt und durchgeführt hat, wer sieht darin nicht heute ein Verdienst König Wilhelms, in dem seine weise Voraussicht und klare Erfassung der Situation sich ausdrückt? Freilich das Abgeordnetenhaus in Berlin mutete das Entgegengesetzte ihm zu. In einer Adresse richtete es die Bitte an den König, von dem Londoner Vertrage zurückzutreten, den Erbprinzen von Augustenburg als Herzog von Schleswig-Holstein anzuerkennen und dahin zu wirken, daß der Deutsche Bund ihm in der Besitzergreifung und Befreiung seiner Erblande wirksamen Beistand leiste. Mit ernstem und festem Worte wies der König den Versuch, in die zweifellosen Rechte der Krone einzugreifen, zurück. Aber die Zeiten waren vorüber, wo die Vorgänge im Abgeordnetenhause noch einen tiefen Eindruck im lande wie vordem gemacht hätten…“